(ra) Weben mit Materialien aus der Natur, ein eigenes Notizbuch gestalten, eine Hütte mitten im Wald bauen oder selbst Seife herstellen: Das Freilichtmuseum Finsterau bietet Kindern in den kommenden Wochen vier ganz unterschiedliche Ferienprogramme. Dabei geht es nicht nur ums Basteln und Spielen. Die jungen Teilnehmer können entdecken, wie Menschen früher im Bayerischen Wald lebten und arbeiteten – und vieles davon selbst ausprobieren.

Den Auftakt macht am Donnerstag, 20. August das Ferienprogramm „Grüne Fäden“. Kinder ab sechs Jahren lernen dabei ein Handwerk kennen, das früher im Bayerischen Wald zum Alltag gehörte.

Aus Blättern und Gräsern werden kleine Kunstwerke

Foto: Freilichtmuseum Finsterau

Bei „Grüne Fäden“ steht das Weben im Mittelpunkt. Allerdings kommen dabei nicht nur klassische Garne zum Einsatz. Die Kinder sammeln zunächst unterschiedliche Materialien in der Natur und verarbeiten diese anschließend an einem Webrahmen.

Aus Gräsern, Blättern und anderen Fundstücken entstehen individuelle Wandbilder. Eine erfahrene Korbflechterin und Weberin zeigt den Kindern die traditionellen Techniken und unterstützt sie bei ihren eigenen Ideen.

„Geh uns auf den Leim“: Ein Notizbuch selbst gestalten

Farben, Leim und Leinen bestimmen das nächste Ferienprogramm am Donnerstag, 27. August. Unter dem Titel „Geh uns auf den Leim“ können die Kinder ihr eigenes Notizbuch gestalten.

Beim Marmorieren entstehen individuelle Muster. Gleichzeitig lernen die Teilnehmer unterschiedliche Gestaltungstechniken kennen und können mit Farben experimentieren. Das fertige Notizbuch dürfen sie anschließend mit nach Hause nehmen.

Eine eigene Hütte mitten im Wald

Raus in die Natur heißt es am Donnerstag, 3. September. Beim „Waldabenteuer“ geht es gemeinsam mit einer Museumsbegleiterin in den Wald rund um das Freilichtmuseum.

Dort suchen sich die Kinder zunächst einen geeigneten Platz für ihr Versteck. Danach wird gebaut. Ob daraus eine kleine Waldhütte oder ein Tipi wird, entscheiden Ideen und Geschick der jungen Baumeister.

Das Material liefert der Wald: Äste und Stöcke bilden das Gerüst, Rinde und Moos werden zum Ausbauen und Verkleiden verwendet.

Foto: Freilichtmuseum Finsterau

Wie funktionierte das Leben ohne Badezimmer?

Eine Woche später geht es um eine Frage, die für heutige Kinder durchaus ungewöhnlich sein dürfte: Wie hielten sich die Menschen sauber, als es weder moderne Badezimmer noch Waschmaschinen gab?

Beim Ferienprogramm „Plumpsklo, Waschbrett, Seife und Co.“ am Donnerstag, 10. September erfahren Kinder ab sechs Jahren, wie Hygiene früher im Bayerischen Wald funktionierte.

Wie wurde Wäsche mit einem Waschbrett sauber? Woher kam das Wasser? Wie funktionierte ein Plumpsklo? Und welche Bedeutung hatte Seife? Zwischen den historischen Gebäuden des Museums können die Kinder Alltagsgeschichte unmittelbar erleben.

Eigene Seife zum Mitnehmen

Im Mittelpunkt steht eine Seifenwerkstatt. Dort stellen die Kinder selbst Seife her und erfahren gleichzeitig, wie sich Hygiene und Körperpflege im Laufe der Zeit verändert haben. Ihre selbstgemachte Seife dürfen sie anschließend mit nach Hause nehmen.

Für alle vier Ferienprogramme beträgt der Unkostenbeitrag acht Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich. Die Kinder sollen außerdem Brotzeit und Getränk mitbringen.

Anmeldungen nimmt das Freilichtmuseum Finsterau unter Telefon 08557/96060 entgegen.