(pol) Schon wieder haben Betrüger mit sogenannten Schockanrufen ältere Menschen in Niederbayern um hohe Geldsummen gebracht. In Dingolfing und Landshut gaben sich die Täter als Polizeibeamte oder Angehörige aus und setzten ihre Opfer mit erfundenen schweren Verkehrsunfällen massiv unter Druck. Die Kriminalpolizei bittet nun um Hinweise.
In Dingolfing erhielt eine 74-jährige Frau am Dienstag gegen 13 Uhr einen Anruf eines unbekannten Mannes. Dieser behauptete, ihre Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine schwangere Frau verletzt worden sei. Um rechtliche Konsequenzen abzuwenden, müsse dringend Geld hinterlegt werden.
Durch geschickte Gesprächsführung gelang es den Tätern laut Polizei, die Seniorin zur Übergabe eines niedrigen fünfstelligen Eurobetrags zu bewegen. Die Geldübergabe fand gegen 16.15 Uhr statt. Anschließend verschwand der Abholer in unbekannte Richtung.
Am Mittwoch kam es im Raum Landshut zu einem ähnlichen Fall. Dort erhielt eine 73-Jährige gegen 17.45 Uhr einen Anruf mit derselben Betrugsmasche. Der Täter gab sich diesmal als Polizeibeamter aus und schilderte ebenfalls einen angeblich schweren Unfall der Tochter.
Beide Gespräche wurden in russischer Sprache geführt, da die betroffenen Frauen laut Polizei auch Russisch sprechen. Ob zwischen den beiden Fällen ein Zusammenhang besteht, ist derzeit noch unklar und Gegenstand der Ermittlungen.
Der Geldabholer in Dingolfing wird wie folgt beschrieben:
- etwa 1,75 Meter groß
- etwas kräftigere Statur
- kurze dunkelblonde Haare
- brauner Vollbart
- graues T-Shirt
- kurze Hose
- keine Brille
- keine sichtbaren Narben oder Tätowierungen
Die Kriminalpolizei bittet um Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen im Bereich Dr.-Josef-Hastreiter-Straße und Bräuhausgasse in Dingolfing sowie im Bereich Johannisstraße und Nikolastraße in Landshut.
Hinweise nehmen die Polizeiinspektion Dingolfing unter 08731/3144-0, die Polizeiinspektion Landshut unter 0871/9252-0 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.
