(ra) Ein zentrales Infrastrukturprojekt für die Energieversorgung Bayerns ist abgeschlossen. Mit der Inbetriebnahme des gesamten Ostbayernrings steht die längste Wechselstromleitung des Freistaats nun vollständig zur Verfügung. Die neue Höchstspannungsleitung soll die Versorgungssicherheit erhöhen, erneuerbare Energien besser integrieren und den Wirtschaftsstandort stärken.

Ostbayernring stärkt die Versorgungssicherheit und integriert zuverlässig die Erneuerbaren

Die feierliche Inbetriebnahme erfolgte durch den Geschäftsführer von TenneT Germany, Tim Meyerjürgens, und Bayerns Finanz- und Heimatstaatssekretär Martin Schöffel.

185 Kilometer für die Energiewende

Die rund 185 Kilometer lange 380-Kilovolt-Leitung verbindet die Umspannwerke Redwitz in Oberfranken, Mechlenreuth, Etzenricht und Schwandorf in der Oberpfalz. Damit steigt die Transportkapazität des Stromnetzes deutlich.

Nach Angaben des Netzbetreibers TenneT können künftig größere Mengen Strom aus Wind- und Solaranlagen zuverlässig aufgenommen und verteilt werden. Gleichzeitig soll der Bedarf an sogenannten Redispatch-Maßnahmen sinken, mit denen bislang Netzengpässe ausgeglichen werden mussten.

Investition in den Wirtschaftsstandort

Für TenneT ist der Ostbayernring weit mehr als ein Energieprojekt. Geschäftsführer Tim Meyerjürgens bezeichnete die neue Leitung als „Investition in die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland“. Eine leistungsfähige Strominfrastruktur sei Voraussetzung dafür, dass Unternehmen investieren, produzieren und wachsen könnten.

Zugleich habe das Projekt auch der Region wirtschaftliche Impulse gebracht. Lokale Unternehmen profitierten von Aufträgen, Investitionen und zusätzlicher Beschäftigung während der Bauphase.

Schöffel: „Stromnetze sind der Blutkreislauf“

Auch Heimatstaatssekretär Martin Schöffel unterstrich die Bedeutung des Projekts. Gerade angesichts von Künstlicher Intelligenz, Elektromobilität und Hightech-Industrie seien leistungsfähige Stromnetze unverzichtbar.

Der Ostbayernring schaffe Versorgungssicherheit, zusätzliche Übertragungskapazitäten und die Grundlage für bezahlbare Energie sowie wirtschaftliches Wachstum. Schöffel sprach von einem „echten Meilenstein für Oberfranken und die Oberpfalz“.

Rückgrat der Stromversorgung

Der Ostbayernring gilt als zentrale Verbindung für die Stromversorgung in Ostbayern. Über die angeschlossenen Umspannwerke ist das Höchstspannungsnetz mit den regionalen Verteilnetzen verbunden.

Auch regionale Unternehmen waren am Bau beteiligt. So wurden mehrere tausend Isolatoren in Oberfranken gefertigt und verbaut. Zudem erhielten zahlreiche Bauunternehmen aus der Region langfristige Aufträge.

Der Bau erfolgte in vier Abschnitten. Bereits seit Oktober 2022 war der erste Teil zwischen Redwitz und Mechlenreuth in Betrieb, seit Sommer 2024 auch der Abschnitt zwischen Schwandorf und Etzenricht. Mit der Inbetriebnahme der beiden verbliebenen Teilstücke ist die Leitung nun vollständig am Netz. Der Rückbau der bisherigen Stromleitung soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein.