(ra) Das „Late Night Shopping“ in der Landshuter Innenstadt gehört für viele Betriebe längst zum festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders. Auch die erste Ausgabe im März stieß grundsätzlich auf breite Zustimmung. Eine aktuelle Umfrage des Wirtschafts- und Tourismusclub Landshut (WTC) zeigt jedoch: Neben der positiven Grundhaltung gibt es klare Hinweise darauf, wie sich das Format künftig noch erfolgreicher gestalten lässt.

Von den insgesamt 37 teilnehmenden Betrieben beteiligten sich 25 an der Befragung – eine Rücklaufquote von rund 68 Prozent. Für den WTC ist dies ein deutliches Zeichen dafür, wie wichtig das Thema den Akteuren vor Ort ist. Am Freitag hat der WTC die Ergebnisse veröffentlicht:

Bewährtes Konzept mit kritischem Blick auf den Termin

Die Ergebnisse unterstreichen zunächst die hohe Akzeptanz des Formats: 96 Prozent der Befragten haben bereits mehrfach am Late Night Shopping teilgenommen. Gleichzeitig fällt die Bewertung des konkreten Termins im Frühling differenziert aus. Nur 12 Prozent der Betriebe empfanden die Veranstaltung als besser als frühere Ausgaben, während 32 Prozent sie als vergleichbar einstuften. Eine Mehrheit von 52 Prozent bewertete den Abend hingegen als schlechter.

Diese Einschätzungen machen deutlich, dass das Konzept an sich geschätzt wird – die konkrete Ausgestaltung jedoch Raum für Verbesserungen bietet.

Mehr Besucher, aber nicht automatisch mehr Umsatz

Auch bei den wirtschaftlichen Effekten zeigt sich ein gemischtes Bild. 36 Prozent der Betriebe berichteten von einer erhöhten Besucherfrequenz, 32 Prozent konnten mehr Gäste von außerhalb begrüßen. Zudem stellten 24 Prozent fest, dass sich die Verweildauer der Besucher verlängerte.

Allerdings spiegeln sich diese positiven Effekte nicht überall im Umsatz wider: Nur 20 Prozent der Befragten verzeichneten tatsächlich höhere Einnahmen, während knapp ein Viertel keine wesentlichen Veränderungen feststellen konnte.

Klare Wünsche der Betriebe: Mehr Erlebnis und bessere Kommunikation

Besonders deutlich formulierten die teilnehmenden Betriebe ihre Erwartungen für die Zukunft. Im Mittelpunkt steht der Wunsch nach einem stärkeren Erlebnischarakter: 64 Prozent sprechen sich für Live-Musik in den Straßen aus, jeweils 36 Prozent wünschen sich mobile Bars sowie Fotospots oder zusätzliche Erlebnisflächen.

Auch die Terminwahl im Frühling spielt eine wichtige Rolle. Eine deutliche Mehrheit von 76 Prozent bevorzugt einen späteren Zeitpunkt im Frühjahr – etwa im April oder Mai.

Darüber hinaus wurde in den Rückmeldungen mehrfach eine intensivere und professionellere Bewerbung gefordert, etwa über Social Media, Plakatflächen oder Radio. Ebenso wünschen sich die Betriebe eine stärkere Einbindung in die Kommunikation sowie ein klar erkennbares, abgestimmtes Gesamtkonzept.

Innenstadt als gemeinsames Erlebnis denken

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage betrifft die strukturelle Weiterentwicklung des Formats. Viele Betriebe sehen die Notwendigkeit, das Late Night Shopping künftig stärker als ganzheitliches Innenstadt-Erlebnis zu gestalten – mit einem abgestimmten Zusammenspiel aus Handel, Gastronomie und kulturellen Angeboten.

Dabei rückt auch die räumliche Verteilung in den Fokus: Während insbesondere die untere Altstadt stark eingebunden ist, sehen die Befragten Verbesserungsbedarf in den Gassen, Neustadt und Randbereichen, die gezielt belebt werden sollten.

Gemeinsamer Blick nach vorne

Für den Wirtschafts- und Tourismusclub Landshut liegt in diesen Ergebnissen eine große Chance. Das Late Night Shopping bleibe ein wichtiges Instrument zur Belebung der Innenstadt – müsse jedoch strategisch weiterentwickelt werden, um sein volles Potenzial zu entfalten.

Mit einer klareren Positionierung, einem stärkeren Erlebnischarakter, einer reichweitenstarken Kommunikation und der Einbindung aller Innenstadtbereiche könnte die Veranstaltung künftig noch mehr Besucher begeistern und gleichzeitig den lokalen Handel nachhaltig stärken.