(obx) Stabile Knochen sind keine Selbstverständlichkeit – vor allem im Alter. Osteoporose zählt zu den häufigsten Volkskrankheiten und bleibt oft lange unbemerkt. Dabei lässt sich der Knochenschwund in vielen Fällen durch Ernährung, Bewegung und frühzeitige Behandlung bremsen.

Osteoporose führt dazu, dass die Knochenmasse abnimmt und die Struktur der Knochen geschwächt wird. Schon kleine Belastungen oder harmlose Stürze können dann zu Brüchen führen. Besonders betroffen sind häufig Wirbelsäule, Handgelenk, Unterarm oder der Oberschenkelhals. Laut Studien kommt es in Deutschland jährlich zu rund 330.000 Knochenbrüchen, die auf Osteoporose zurückzuführen sind.
Wenn die Knochen langsam schwächer werden
Typische Beschwerden treten oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium auf. Häufig berichten Betroffene über anhaltende Rückenschmerzen. Brechen Wirbelkörper in der Wirbelsäule, kann sich diese im Laufe der Zeit verkrümmen und verkürzen.
Warnsignale können auch eine deutliche Verringerung der Körpergröße um mehr als vier Zentimeter, unerwartete Knochenbrüche oder eine spürbare Schwächung der Muskulatur sein.
Risikofaktoren lassen sich beeinflussen
Mehrere Faktoren erhöhen das Risiko für Osteoporose – einige davon lassen sich jedoch gezielt beeinflussen. Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung sowie starker Alkohol- oder Nikotinkonsum gelten als wichtige Risikofaktoren. Auch ein Mangel an Geschlechtshormonen kann die Entwicklung der Erkrankung begünstigen.
Das menschliche Skelett erreicht seine maximale Knochendichte etwa im Alter von fünfunddreißig Jahren. Danach nimmt sie im Durchschnitt jährlich um rund eineinhalb Prozent ab. Mit zunehmendem Alter steigt damit auch das Risiko für Knochenbrüche.
Vorbeugung beginnt im Alltag
Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung ist eine kalziumreiche Ernährung. Milchprodukte, kalziumhaltige Mineralwässer sowie Gemüse wie Brokkoli oder Grünkohl können helfen, den täglichen Bedarf zu decken. Empfohlen werden etwa 1.000 bis 1.500 Milligramm Kalzium pro Tag.
Schon ein halber Liter Milch, zwei Scheiben Käse und eine Portion Grünkohl können diesen Bedarf weitgehend abdecken. Auch Joghurt und mineralstoffreiche Wässer leisten einen wichtigen Beitrag zur Kalziumversorgung.
Bewegung stärkt Knochen und Muskulatur
Neben der Ernährung spielt Bewegung eine zentrale Rolle. Regelmäßige körperliche Aktivität kann dazu beitragen, die Knochenstruktur zu verdichten und die Muskulatur zu stärken.
Wenn eine Osteoporose bereits diagnostiziert wurde, erfolgt die Behandlung meist mit einer sogenannten Basistherapie aus Kalzium und Vitamin D3. Zusätzlich können Schmerzmittel eingesetzt werden, um Beschwerden zu lindern. Die Behandlung dauert häufig drei bis fünf Jahre.
Hormone werden heute nur noch in Ausnahmefällen eingesetzt. Viel wichtiger ist ein gesunder Lebensstil, der Knochen möglichst lange stabil hält. Die entscheidende Frage bleibt deshalb: Wie früh beginnen wir damit, unsere Knochen zu schützen?
