(ra). Speisefett und Öl landen nach dem Kochen oft gedankenlos im Abfluss. Was viele nicht wissen: Diese vermeintlich harmlosen Küchenabfälle verwandeln sich in den Rohren zu einem ernsthaften Problem. Beim Abkühlen erstarrt das Fett und bildet zusammen mit anderen Ablagerungen zähe Klumpen.

Diese Fettablagerungen haften an den Rohrwänden und verengen den Durchmesser kontinuierlich. Mit der Zeit sammeln sich Essensreste, Haare und andere Partikel in diesem klebrigen Film. Das Ergebnis sind hartnäckige Verstopfungen, die sich nicht mehr einfach wegspülen lassen.

Ein verstopfter Abfluss durch Fette muss nicht sein – Foto: Unsplash/Henry Kobutra

Besonders tückisch: Der Prozess verläuft schleichend. Anfangs fließt das Wasser nur etwas langsamer ab. Plötzlich steht die Spüle voll. Die entstandenen Fettklumpen lassen sich dann oft nur noch mit professionellen Methoden entfernen. Hinzu kommen oft unangenehme Gerüche, die durch Zersetzungsprozesse entstehen und sich in der Küche festsetzen.

Kostspielige Folgen für Hausbesitzer und Mieter

Die finanziellen Auswirkungen einer fettbedingten Rohrverstopfung übersteigen schnell die Vorstellungskraft. Ein verstopftes Rohr kann zu Rückstau führen, wodurch Schmutzwasser in Küche oder Bad austritt. Die Beseitigung solcher Wasserschäden verursacht häufig erhebliche Kosten.

Noch gravierender wird es, wenn die Verstopfung unbemerkt bleibt. Stehendes Wasser in den Rohren greift das Material an und kann zu Rohrbrüchen führen. Eine komplette Rohrsanierung in Wänden oder unter dem Fußboden bedeutet nicht nur hohe Kosten, sondern auch langwierige Bauarbeiten.

Für Mieter kommt erschwerend hinzu: Wer nachweislich Fett im Abfluss entsorgt hat, haftet für die entstandenen Schäden. Vermieter können die Kosten für die Rohrreinigung und eventuelle Folgeschäden in Rechnung stellen. Die Hausratversicherung springt in solchen Fällen meist nicht ein, da grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Auch in Mehrfamilienhäusern kann eine einzige Verstopfung das Leitungssystem beeinträchtigen und Streit über Verantwortlichkeiten auslösen.

Einfache Präventionsmaßnahmen für den Alltag

Die gute Nachricht: Mit wenigen Handgriffen lässt sich das Problem vollständig vermeiden. Lassen Sie Bratfett und Öl nach dem Kochen zunächst abkühlen. Anschließend gehören diese Reste in den Hausmüll, nicht in den Ausguss. Nutzen Sie alte Gläser oder Dosen als Sammelbehälter für flüssige Fette.

Wischen Sie fettige Pfannen und Töpfe vor dem Spülen mit Küchenpapier aus. Diese simple Maßnahme reduziert die Fettmenge im Abwasser erheblich. Auch Reste von Soßen, Suppen oder fettigen Speisen sollten Sie erst entfernen, bevor das Geschirr in die Spüle wandert. Ein einfaches Abflusssieb fängt Speisereste ab und reduziert die Belastung der Leitungen.

Regelmäßige vorbeugende Spülungen mit heißem Wasser sind sinnvoll. Lassen Sie dazu reichlich heißes Wasser langsam durch den Abfluss laufen. Dies löst frische Fettablagerungen, bevor sie sich festsetzen können. Verzichten Sie dabei auf chemische Rohrreiniger – diese belasten die Umwelt unnötig. Kommunale Sammelstellen nehmen Altspeisefette oft an und führen sie einer fachgerechten Verwertung zu.

Bewährte Hausmittel bei beginnenden Verstopfungen

Fließt das Wasser bereits langsamer ab, können Sie mit natürlichen Mitteln gegensteuern. Eine Mischung aus Backpulver und Essig hat sich bewährt: Geben Sie etwas Backpulver in den Abfluss, gefolgt von einem Schuss Essig. Die entstehende Reaktion löst leichte Ablagerungen. Nach kurzer Einwirkzeit spülen Sie mit heißem Wasser nach.

Die klassische Saugglocke hilft ebenfalls bei kleineren Verstopfungen. Wichtig dabei: Verschließen Sie den Überlauf mit einem feuchten Lappen. Nur so entsteht der nötige Unterdruck. Pumpen Sie kräftig auf und ab – oft lösen sich Fettklumpen durch den Druckwechsel.

Salz und heißes Wasser bilden eine weitere wirksame Kombination. Streuen Sie etwas grobes Salz in den Abfluss und gießen Sie langsam heißes Wasser nach. Das Salz wirkt wie ein Scheuermittel und trägt Ablagerungen mechanisch ab. Vermeiden Sie aggressives Nachstopfen mit harten Gegenständen, um Kratzer und Undichtigkeiten an den Komponenten zu verhindern.

Wann professionelle Hilfe unverzichtbar wird

Hausmittel stoßen bei hartnäckigen Verstopfungen schnell an ihre Grenzen. Steht das Wasser dauerhaft im Becken oder steigen unangenehme Gerüche aus dem Abfluss, sollten Sie nicht länger experimentieren. Jeder weitere Versuch kann die Situation verschlimmern und teure Folgeschäden verursachen.

Moderne Rohrreinigungsfirmen arbeiten mit Spezialwerkzeugen wie Rohrreinigungsspiralen und Hochdruckspülgeräten. Diese entfernen selbst lang anhaltende Ablagerungen schonend und gründlich. Eine Kamerainspektion zeigt zudem versteckte Schäden oder Schwachstellen im Rohrsystem auf.

Bei wiederkehrenden Problemen oder wenn verschiedene Abflüsse gleichzeitig betroffen sind, deutet dies auf ein tiefer liegendes Problem hin. Hier können nur Profis für Rohrreinigung in Starnberg oder Ihrer Region mit ihrer Expertise und Ausrüstung nachhaltig helfen. Die Investition in eine professionelle Reinigung bewahrt Sie vor kostspieligen Wasserschäden und aufwendigen Sanierungsarbeiten. Ein dokumentierter Zustandsbericht erleichtert die Planung weiterer Maßnahmen und schafft Transparenz über den Zustand der Leitungen.