(ra) Mehr als 120 Gäste aus Wirtschaft und kommunalen Einrichtungen folgten der Einladung der Gemeinde Niederwinkling in das Begegnungszentrum. Bürgermeister Ludwig Waas begrüßte unter anderem Dr. Jutta Krogull, Michaela Schub-Höglmeier sowie stellvertretend für die Unternehmerschaft Ehrenbürger Jürgen Wallstabe. Der Empfang sei bewusst als Forum für Austausch und Vernetzung gedacht – politische Debatten blieben außen vor. Waas sprach von einem „Familientreffen auf Augenhöhe“.

Der Bürgermeister würdigte die Rolle der Betriebe als tragende Säule der Gemeindeentwicklung. Neben wirtschaftlicher Leistung hob er das gesellschaftliche Engagement vieler Unternehmen hervor. Rückblickend verwies er auf abgeschlossene Straßen-, Breitband- und Nahwärmeprojekte. Für 2026 plant die Gemeinde mit einem Haushalt von 32 Millionen Euro unter anderem Investitionen in Infrastruktur, neue Bau- und Gewerbegebiete, Hochwasserschutz sowie die Planung eines Rettungs- und Donau-Erlebniszentrums. Als Beispiele für die Standortstärke nannte Waas die Ansiedlungen von Ecokraft und Kaiser Mechatronik sowie die geplante Erweiterung der Firma Streicher.
Dr. Jutta Krogull schlug in ihrem Vortrag den Bogen von der kommunalen Ebene zur gesamtwirtschaftlichen Lage. Niederwinkling bezeichnete sie als „ziemlich dynamisches Pflaster mit Industriepower“. Zugleich zeichnete sie ein differenziertes Konjunkturbild: Für 2026 gebe es zwar verhalten positive Signale, ein nachhaltiger Aufschwung erfordere jedoch strukturelle Verbesserungen.
Im Fokus stand die Wettbewerbsfähigkeit Bayerns. Hohe Energie- und Arbeitskosten, Steuer- und Abgabenlast sowie bürokratische Vorgaben belasteten die Industrie zunehmend. Die exportorientierte Wirtschaft sei zudem stark von internationalen Entwicklungen abhängig. Offene Märkte und verlässliche Rahmenbedingungen seien zentrale Standortfaktoren.
Krogull forderte spürbare Entlastungen, schnellere Reformen und konsequenten Bürokratieabbau. Gleichzeitig unterstrich sie die Bedeutung der Kommunen. Wirtschaftspolitik beginne vor Ort – mit leistungsfähiger Infrastruktur, Digitalisierung, Mobilität sowie Bildungs- und Betreuungsangeboten. Trotz aller Herausforderungen zeigte sie sich zuversichtlich: Transformation und Krisenbewältigung gehörten zur Stärke der Region.
Zum Abschluss trug sich Krogull in das Goldene Buch der Gemeinde ein. Bürgermeister Waas dankte allen Beteiligten und betonte, der Wirtschaftsempfang habe einmal mehr gezeigt, wie wichtig ein starkes Netzwerk für die Zukunft Niederwinklings sei.
