(ra) Sie sind robust, genügsam und aus der Landschaftspflege kaum wegzudenken: Waldschafe spielen bei den nächsten „Stallgeschichten“ im Freilichtmuseum Massing die Hauptrolle. Besucher erfahren, welche Bedeutung die Tiere früher für die Bauernhöfe hatten und warum sie auch heute noch unverzichtbar sind. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Führung findet am Donnerstag, 6. August, um 14.30 Uhr statt. Treffpunkt ist der Kochhof.

Die Museumsschafe stehen im Mittelpunkt der nächsten „Stallgeschichten“. – Foto: Freilichtmuseum Massing

Rundgang mit Landwirt Gerhard Bichlmeier

Landwirt Gerhard Bichlmeier begleitet die Besucher zu den Museumstieren und erzählt Wissenswertes über die Waldschafe, die gemeinsam mit ihren Lämmern auf der Weide vor der Marxensölde leben.

Während der etwa einstündigen Führung geht es um Haltung, Ernährung und das Sozialverhalten der Tiere. Außerdem erklärt Bichlmeier, woran sich ein gesundes Schaf erkennen lässt, weshalb Klauen- und Fellpflege wichtig sind und wie Mutterschafe ihre Lämmer versorgen.

Vom Bauernhof zur Landschaftspflege

Schafe gehörten über Jahrhunderte zu den wichtigsten Nutztieren der Landwirtschaft. Sie lieferten Wolle, Fleisch, Milch, Felle und Leder und kamen auch mit mageren Weideflächen gut zurecht.

Heute steht vor allem ihre Rolle als Landschaftspfleger im Mittelpunkt. Schafherden halten Wiesen, Trockenrasen und Hanglagen offen, verhindern die Verbuschung und tragen damit zum Erhalt wertvoller Lebensräume bei. Darüber hinaus verbreiten sie beim Wechsel zwischen verschiedenen Weideflächen Pflanzensamen und kleine Tiere und fördern so die Vernetzung von Biotopen.

Alte Haustierrasse soll erhalten bleiben

Die Waldschafe im Freilichtmuseum stehen zugleich für den Erhalt alter Nutztierrassen. Die kleinen bis mittelgroßen Tiere gelten als besonders widerstandsfähig und sind hervorragend an raue Witterungsbedingungen angepasst.

Da ihre Bestände in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen sind, zählt das Waldschaf heute zu den gefährdeten einheimischen Nutztierrassen. Sein Erhalt wird in Bayern gezielt gefördert.

Während der Führung können Besucher jederzeit Fragen rund um die Tiere und ihre Haltung stellen. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen des Freilichtmuseums gibt es auf der Internetseite des Museums.