(hs) Die Roten Raben sind nicht zu stoppen: Auch nicht von einem der ärgsten Verfolger, dem VfL Oythe. Das Team aus Vilsbiburg besiegte am Samstag den Tabellendritten nach nur 73 Minuten mit 3:0 (25:20/25:22/25:13). Damit stehen die Roten Raben unangefochten mit 40 Punkten aus 14 Spielen auf dem ersten Tabellenplatz in der Sparda 2. Liga Pro. Der Tabellenzweite Straubing hat 33, der Tabellendritte Oythe 32 Punkte auf seinem Konto.

Foto: Hermann Boxleitner

„Dank einer guten Teamleistung und dass wir immer an uns geglaubt haben, haben wir uns diesen Sieg erkämpft“, meinte eine erleichterte Raben-Spielführerin Pia Fernau nach der Begegnung. Und gerade der Kampf zeichnet die aktuelle Mannschaft der Roten Raben aus. Die knapp 990 Zuschauer erlebten ein spannendes Spiel, bei dem beide Mannschaften um jeden Punkt kämpften und keinen Ball verloren gaben; die Rabenspielerinnen aber ein bisschen mehr.

Raben-Trainer Guillermo Gallardo war sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Wir haben immer in der Crunchtime die entscheidenden Punkte gemacht“. Dabei war für ihn die Schlüsselszene das 22:22 im zweiten Satz. Da lagen die Roten Raben mit zwei Punkten in Führung, doch Oythe kämpfte sich wieder heran. Die Rabenspielerinnen haben aber an sich geglaubt, drei Punkte in Folge gemacht und den Satz für sich entschieden.

Die Spielerinnen der Roten Raben hatten sich vorgenommen, von Beginn an Druck zu machen. Das gelang zu Beginn des ersten Satzes aber nur phasenweise. Zuerst mussten sie einem 1:5- und 4:8-Rückstand hinterherlaufen. „Wir waren, wie so oft, erst ein bisschen wackelig und es hat ein bisschen gedauert, bis wir unseren Rhythmus gefunden haben“, beschrieb es Pia Fernau nach dem Spiel.

Die Spielerinnen aus Oythe wirkten sehr fokussiert und hatten immer wieder das nötige Quäntchen Glück, um in Führung zu bleiben. Beim 7:10 nahm der Raben-Express allerdings langsam Fahrt auf: Dank der Aufschläge von Raben-Spielführerin Pia Fernau wurden die Roten Raben gefährlicher. Zusammen mit einer konzentrierten Blockarbeit gelang ihnen erst der Ausgleich und dann die Führung. Oythe gab sich aber noch lange nicht geschlagen, sie schafften beim 14:14 den erneuten Ausgleich. Dann verschärften die Raben-Spielerinnen aber noch einmal das Tempo. Sie versuchten, wenn es möglich war, den Ball schnell zu machen, damit die Gäste ihren Block nicht optimal stellen konnten. Annie Hatch, die den Angriffen der Roten Raben immer mehr ihren Stempel aufdrückt, besorgte das 24:20. Nadine Burbrink tütete den ersten Satz mit einem Ass zum 25:20 ein.

Genauso spannend verlief auch der zweite Satz. Beide Teams schenkten sich weiter nichts. Oythe war nicht gewillt, nachzugeben. „Das war eine der stärksten Mannschaften, die wir hier in der Ballsporthalle hatten“, brachte es die Raben-Spielführerin Pia Fernau auf den Punkt. Oythe übernahm nach einer kurzen Raben-Führung sogar wieder das Ruder und zog auf 11:6 davon. Raben-Trainer Guillermo Gallardo reagiert und brachte Zuspielerin Jenni Liu und Außenangreiferin Alayna Crabtree für Pia Fernau und Annie Hatch. Ein Schachzug, der Wirkung zeigte: Die beiden Spielerinnen aus der ersten Sechs hatten die Möglichkeit, durchzuschnaufen, während sich das Team Punkt für Punkt heranarbeitete. Beim 15:15 war der Ausgleich geschafft und beim 20:18 gingen die Roten Raben erstmals mit zwei Punkten Vorsprung in Führung. Aber erneut gab sich Oythe nicht geschlagen und schaffte beim 22:22 den Ausgleich. Jetzt ließen die Raben-Spielerinnen nichts mehr anbrennen und Jeannette Huskic war es, die den zweiten Satz mit 25:22 unter Dach und Fach brachte.

Der dritte Satz verlief nach einem ähnlichen Muster, wie bei den vorhergehenden Teams: Die gegnerischen Mannschaften geben in den ersten beiden Sätzen alles, um den Roten Raben Paroli zu bieten. Letztlich finden sie aber keine Möglichkeit, gegen die Roten Raben zu bestehen, und geben sich irgendwann frustriert geschlagen. So war es auch bei den Spielerinnen des VfL Oythe: Beim 7:4 nahm Oythes Trainerin Paulina Brys ihre erste Auszeit, doch die Roten Raben waren jetzt nicht mehr zu bremsen. Das zeichnet sie nach den Worten von Raben-Trainer Guillermo Gallardo aus, dass die Mannschaft „nicht nachlässt und bis zum Schluss konsequent und konzentriert zu Ende spielt“.

Auch wenn die Gäste noch einmal bis zum 13:9 herankamen, war zu sehen, dass die Spielerinnen nicht mehr mit der notwendigen Konsequenz zu Werke gingen. Zu tief saß wahrscheinlich der Frust, dass bei den ersten beiden Sätzen nichts Zählbares heraussprang. So zogen die Roten Raben unbedrängt ihre Bahn und Jeannette Huskic war es vorbehalten, den Satz mit 25:12 und das Spiel mit 3:0 zu beenden. Damit sind die Roten Raben weiter in der heimischen Ballsporthalle unbesiegt und erwarten bereits am kommenden Samstag um 19 Uhr den Tabellendreizehnten die Neuseenland Volleys Markkleeberg zum Auftakt der Rückrunde in der Ballsporthalle.

Von red_ra24