(pol) Ein Schockanruf, eine hohe Kautionsforderung – und ein 68-Jähriger, der richtig reagiert. In Rottenburg an der Laaber (Landkreis Landshut) ist ein mutmaßlicher Geldabholer nach einem versuchten Telefonbetrug vorläufig festgenommen worden.

Nachdem im Raum Landshut und Passau erneut zahlreiche Anrufe von Telefonbetrügern gemeldet worden waren, gelang Einsatzkräften der örtlichen Polizei ein Zugriff. Beamte der Polizeiinspektion Rottenburg an der Laaber nahmen am Freitag einen mutmaßlichen Geldabholer vorläufig fest.

Ein 68-Jähriger erhielt an diesem Tag gegen Mittag einen Anruf eines angeblichen Polizeibeamten. Der Unbekannte behauptete, die Tochter des Mannes habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Mensch ums Leben gekommen sei. Um eine Haftstrafe abzuwenden, müsse eine Kaution in Höhe von 49.000 Euro hinterlegt werden.

Der Angerufene durchschaute die Betrugsmasche. Er ging zum Schein auf die Forderung ein und verständigte parallel die Polizei. Kurz darauf konnten die Einsatzkräfte in der Nähe des Rottenburger Bahnhofs einen 34-jährigen serbischen Staatsangehörigen als mutmaßlichen Geldabholer vorläufig festnehmen.

Die weiteren Ermittlungen hat die Kriminalpolizeiinspektion Niederbayern übernommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Landshut erließ das Amtsgericht Landshut Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten gewerbsmäßigen Betrugs als Mitglied einer Bande.

Nach der Vorführung beim Ermittlungsrichter wurde der 34-Jährige am Samstag in eine bayerische Justizvollzugsanstalt eingeliefert.