Geiselhöring

Umgestaltung Bahnhofsumfelds in Geiselhöring: Planentwurf im Stadtrat

(ra) Jetzt liegt der erste Planentwurf für die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes im Rahmen des Förderprojekts „LANDSTADT BAYERN“ des Bauministeriums vor: Architekt Florian Riesinger vom Bad Birnbacher Architekturbüro „Arc Architekten“ hat das Konzept den Stadträten am Dienstagabend in ihrer Sitzung präsentiert. Es dient nun als Grundlage für die weitere Diskussion und Planung.

So sieht der erste Planungsentwurf für die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes, des Bereichs entlang der Alfred-Heindl-Straße mit dem ehemaligen Feuerwehrhaus sowie der früheren Malzfabrik aus. – Grafik: Plan Architekten

Für die „Arc Architekten“ ist Geiselhöring kein unbekanntes Pflaster: Das Büro hat vor etlichen Jahren ein integriertes Stadtentwicklungskonzept entworfen und schon damals das Feuerwehrhaus mit dem großen Parkplatz gegenüber als Fläche mit viel Potential eingestuft, erinnerte sich Florian Riesinger eingangs. Mit dem Umzug der Feuerwehr, dem Verkauf der Malzfabrik an einen kooperativen Investor sowie der Aufnahme in das Förderprogramm „LANDSTADT BAYERN“ sei jetzt die große Chance da, dass auf dem gesamten Areal ein neues Quartier entsteht. Um die Bürger aktiv in den Planungsprozess einzubeziehen, wurden seit Jahresbeginn Onlinebefragungen, Führungen durch die Malzfabrik, eine Bürgerwerkstatt  sowie Anliegergespräche durchgeführt. Daraufhin habe das Architekturbüro versucht, alle Eindrücke und Rückmeldungen in dem vorliegenden Planentwurf zusammenzufassen, erklärte Riesinger. 

Das Konzept sieht  vor, die Alfred-Heindl-Straße zu einer verkehrsberuhigten Straße zu machen und dadurch die dortige Wohn- und Aufenthaltsqualität zu steigern. Links und rechts der Straße könnten Wohnungen entstehen; auf der jetzigen Parkfläche Richtung Bahngleise könnte sich das Architekturbüro etwa eine schlanke Wohnzeile vorstellen mit normalen Wohnungen, aber auch für Mehrgenerationenwohnen, Seniorenwohnungen oder – dank der Anbindung mit der Bahn nach Straubing – Studentenwohnungen. Mit dem Eigentümer der Fläche sei aber noch nicht gesprochen worden.

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Ein Supermarkt auf 1500 Quadratmetern

Für die neue  Nutzung des früheren Feuerwehrhauses liebäugeln die Planer mit einem Supermarkt auf 1500 Quadratmetern und einer Tiefgarage. „Wir würden aber empfehlen, die Fläche nicht nur eingeschossig zu nutzen, sondern sie um weitere Geschosse etwa für Arztpraxen oder Büros aufzustocken“, sagte Riesinger. Im Bereich des Areals soll auch der Stellplatz für den Rettungswagen und die BRK-Bereitschaft untergebracht werden.  Und im Norden zur Dingolfinger Straße hin schwebt den Architekten eine Parkanlage als Treffpunkt für Jung und Alt vor.

Für die frühere Malzfabrik stellen sich die Architekten nach der Sanierung zwei unterschiedliche Nutzungen vor: einen Gastronomiebetrieb samt Biergarten sowie Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss und Wohnungen in den Obergeschossen. Ein Café oder Restaurant an dieser Stelle sei bei der Bürgerbeteiligung vielfach als Wunsch geäußert worden, betonte Riesinger. Der hohe Keller der Malzfabrik soll  zur Tiefgarage umfunktioniert werden. Und in der Verlängerung des Mondgässchens sieht der Plan einen ebenengleichen Übergang über die Bahngleise vor, um die Malzfabrik besser an die Innenstadt anzubinden. Wegen eines möglichen Übergangs müssen aber erst Gespräche mit der Deutschen Bahn geführt werden.

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Anhand Fotos von sanierten oder neugebauten Gebäuden in anderen Gemeinden verbildlichte  Riesinger die  Vorstellungen  der Architekten und beantwortete im Anschluss Fragen der Stadträte.  Mit dem Entwurfsplan in der Hand würden nun Gespräche mit verschiedenen Grundstücks-Eigentümern geführt, ob sie sich die Umsetzung so vorstellen könnten, erklärte Riesinger. Bis zum Herbst soll der Plan konkretisiert werden.

Bedenken wegen Hanglage

Interessiert verfolgten nicht nur die Stadträte, sondern auch die Besucher auf der Zuhörerbank die Ausführungen. Es waren durchwegs Hainsbacher, die eigentlich wegen des zweiten Tagesordnungspunkts zu der Stadtratssitzung gekommen waren, nämlich wegen eines möglichen neuen Baugebiets in Hainsbach, das nicht unumstritten ist. Es soll rechts der Kreisstraße Richtung Metting im Anschluss an die bestehende Wohnbebauung entstehen. Die Oberpfälzer Projektentwicklung GmbH würde gerne auf rund 17300 Quadratmetern  des dortigen Feldes fast 20 Bauparzellen für Doppelhaushälften, Einfamilienhäuser sowie drei Mehrfamilienhäuser ausweisen und hatte beantragt, dass der Stadtrat dafür die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans beschließt.

In einem ersten Entwurf für den Bebauungsplan war noch die alleinige Zufahrt zu dem Baugebiet über den Sersberg vorgesehen; im aktuellen zweiten Entwurf ist eine weitere Ein- und Ausfahrt über die Kreisstraße geplant. Unter  den Räten wurden jedoch sogleich Stimmen laut, die eine zweite Zufahrt über die Kreisstraße forderten für den Fall, dass die erste Einfahrt versperrt ist. Kritisch wurde auch die Hanglage des Grundstücks gesehen, die zwangsläufig Stützmauern erfordert, um ebene Bauplätze zu gewährleisten. Stadtrat Robert Ammer warnte angesichts möglicher hoher Stützwände zur Straße hin vor einem „Gran Canyon von Hainsbach“.

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Sind zwei Baugebiete zuviel?

Sorge bereitete den Räten die Hanglage auch hinsichtlich der  immer wieder auftretenden Unwetter mit Starkregen. Die Forderung nach einem Regenrückhaltebecken wurde laut.  Letztlich  kam auch die Frage auf, wie es um das zweite Baugebiet bestellt ist, das ein anderer privater Investor in Hainsbach erschließen will und ob zwei Baugebiete nicht zuviel für das Dorf seien. „Für das andere Baugebiet fehlt noch die wasserrechtliche Genehmigung“, informierte Bürgermeister Herbert Lichtinger zum aktuellen Planungsstand.

Stadtrat Stefan Singer forderte, dass die Planer des Baugebiets erst eine genaue Darstellung der Höhenverhältnisse vorlegen sollen, bevor der Stadtrat einen Satzungsbeschluss fällt. Stadtrat Hans Bauer verlangte zusätzlich eine Rücksprache mit dem Wasserwirtschaftsamt bezüglich eines Regenrückhaltebeckens. So vertagten die Räte den Satzungsbeschluss und lassen die Projektentwicklungs GmbH erstmal noch ein paar Hausaufgaben machen.

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Bauplatz-Vergabe nach Punktesystem

Ansonsten beschlossen die Stadträte, für die Landtags- und Bezirkstagswahl am 8. Oktober zwei Wahlbezirke für den Kernort Geiselhöring einschließlich Greißing und je einen Wahlbezirk für die restlichen Ortsteile einzurichten. Zusätzlich soll es acht Briefwahlbezirke geben. Alle Wahlhelfer, die einen Zeitausgleich erhalten, bekommen ein Erfrischungsgeld von 40 Euro und diejenigen ohne Zeitausgleich ein Erfrischungsgeld von 60 Euro. 

In Hadersbach soll Ende August mit der Erschließung des Baugebiets „Kirchmarterfeld“ an der Straße nach Haader begonnen werden. Für die Vergabe der dortigen Baugrundstücke beschloss der Stadtrat einstimmig ein Punktesystem nach den Kriterien Ortsansässigkeit/Hauptwohnsitz, Erwerbstätigkeit und Ehrenamt sowie Familiäre Verhältnisse. Für die Reservierung eines Bauplatzes legten die Räte eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 150 Euro fest, die später auf den Grundstückskaufpreis angerechnet wird. Außerdem sprachen sie sich dafür aus, dass die zu vergebenden Bauparzellen innerhalb von fünf Jahren nach Abschluss des Kaufvertrages bebaut werden müssen.