(ra) Wer online nach einem Job sucht, kann auf täuschend echt wirkende Stellenanzeigen von Betrügern stoßen. Davor warnen die Verbraucherzentralen. Im schlimmsten Fall werden Bewerber nicht nur um persönliche Daten gebracht, sondern unwissentlich für Geldwäsche eingespannt.

Gefälschte Stellenanzeigen und Karriereseiten seien inzwischen teilweise nur schwer von seriösen Angeboten zu unterscheiden. Nach Angaben der Verbraucherzentrale erleichtert auch Künstliche Intelligenz den Betrügern, professionell wirkende Inhalte zu erstellen.
„Mit den Fake-Anzeigen haben es Kriminelle auf persönliche Daten der Bewerber abgesehen“, erklärt Juliane von Behren, Rechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Die Daten könnten beispielsweise genutzt werden, um Konten zu eröffnen, Kredite aufzunehmen oder Verträge abzuschließen.
Wenn Qualifikation plötzlich keine Rolle spielt
Misstrauisch sollten Jobsuchende werden, wenn Qualifikationen, Zeugnisse oder andere Nachweise kaum eine Rolle spielen. Auffällig können laut Verbraucherzentrale auch Angebote sein, die ausschließlich mit Homeoffice und einem exakt angegebenen Stundenlohn werben.
Besondere Vorsicht gilt, wenn bereits vor Abschluss eines Arbeitsvertrags Kontodaten, Ausweiskopien oder Versicherungsnachweise verlangt werden. Auch ein gefordertes Video-Ident-Verfahren kann Teil der Betrugsmasche sein. Damit könnten Kriminelle Bankkonten eröffnen, die anschließend für Geldwäsche genutzt werden.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, nicht nur die Stellenanzeige, sondern auch das dahinterstehende Unternehmen zu überprüfen. Hilfreich sei etwa ein Blick auf die offizielle Internetseite: Ist die angebotene Stelle dort ebenfalls ausgeschrieben? Für Rückfragen sollten ausschließlich die offiziellen Kontaktdaten des Unternehmens verwendet werden.
Wer bereits auf ein betrügerisches Stellenangebot hereingefallen ist, findet bei der Verbraucherzentrale einen Notfall-Check und weitere Informationen zum sogenannten Job-Scamming.
