(ra) Der Tod hat das letzte Wort – doch bis dahin darf das Leben durchaus mit Humor betrachtet werden. Wie eindrucksvoll sich Vergänglichkeit, Nachdenklichkeit und niederbayerischer Witz verbinden lassen, zeigte der „Straubinger Totentanz“ im Freilichtmuseum Finsterau. Die Außergefilder Stube war bei der Aufführung am vergangenen Sonntag bis auf den letzten Platz besetzt.

Im Rahmen der Sonderausstellung „Jetzt geht dahi“ präsentierte die Theatercompagnie Con Kis Kultur aus Schwarzach eine Betrachtung des barocken Totentanzes von Matthias Pöschl. Grundlage bildete der historische Bilderzyklus des Barockmalers Felix Hölzl auf dem Friedhof St. Peter in Straubing.
Der Tod als Gesprächspartner
Pöschl nähert sich dem außergewöhnlichen Bilderzyklus auf besondere Weise. Der Tod erscheint darin nicht ausschließlich als furchteinflößende Gestalt, sondern als Gesprächspartner, dem letztlich niemand ausweichen kann.
Mit ausdrucksstarkem Spiel, feinem Humor und unverfälschter niederbayerischer Mundart brachte die Theatercompagnie die Bildwelt des barocken Totentanzes auf die Bühne. Ernsthafte Gedanken über die menschliche Endlichkeit wechselten sich mit humorvollen Zuspitzungen und bodenständiger Lebensnähe ab.
Dabei wurde deutlich: So unterschiedlich die Lebenswege der Menschen auch verlaufen, am Ende verbindet sie dasselbe Schicksal. Der Tod setzt den Schlusspunkt – unabhängig von Herkunft, gesellschaftlicher Stellung oder persönlichen Vorstellungen.
Nachdenkliche Botschaft mit niederbayerischem Humor
Gerade die Verbindung aus ernster Botschaft und humorvoller Darstellung verlieh der Aufführung ihre besondere Wirkung. Das Publikum erlebte den Tod nicht als abstraktes Thema, sondern als ständigen Begleiter des menschlichen Lebens.
Damit fügte sich der „Straubinger Totentanz“ in die Sonderausstellung „Jetzt geht dahi“ des Freilichtmuseums Finsterau ein. Die Inszenierung lud dazu ein, über Vergänglichkeit, Abschied und die eigene Endlichkeit nachzudenken, ohne dabei Lebensfreude und Humor aus den Augen zu verlieren.
Die voll besetzte Außergefilder Stube zeigte zugleich, dass sich auch schwierige Themen mit historischer Kunst und lebendigem Theater einem breiten Publikum vermitteln lassen.
Weitere Aufführung in Freyung
Wer den „Straubinger Totentanz“ selbst erleben möchte, hat dazu am Samstag, 7. November um 14 Uhr in der Stadtpfarrkirche Freyung Gelegenheit.
Die Sonderausstellung „Jetzt geht dahi“ im Freilichtmuseum Finsterau ist zunächst noch bis 8. November zu sehen. Nach einer kurzen Museumspause öffnet die Ausstellung erneut vom 25. Dezember bis 4. April 2027.
