(ra) Wie gingen die Menschen früher mit Krankheit, Sterben und Tod um? Antworten auf diese Frage gibt eine Themenführung im Freilichtmuseum Finsterau am Sonntag, 12. Juli. Ab 14 Uhr nimmt eine ausgebildete Museumsbegleiterin die Besucher mit auf eine Zeitreise durch die Alltags- und Abschiedskultur vergangener Jahrhunderte.

Bild: Bruno Mooser

Unter dem Titel „Leben und Tod – Alltags- und Abschiedskultur früherer Zeiten“ zeigt die Führung, wie eng Leben, Arbeit, Glaube und Vergänglichkeit im Bayerischen Wald miteinander verbunden waren. Während Tod und Trauer heute häufig aus dem Alltag verdrängt werden, gehörten sie früher selbstverständlich zum Leben. Verstorbene wurden zu Hause aufgebahrt, Angehörige nahmen Abschied im familiären Umfeld und religiöse Rituale sowie gemeinschaftliche Bräuche spendeten Trost.

Die historischen Bauernhäuser, Höfe und Wirtschaftsgebäude des Freilichtmuseums bilden die authentische Kulisse für die Führung. Anhand zahlreicher Exponate erfahren die Besucher mehr über frühere Vorstellungen von Krankheit, Fürsorge und Erinnerung – von einfachen Wohnstuben über religiöse Hauszeichen bis hin zu Gegenständen der häuslichen Pflege- und Bestattungskultur.

Die rund einstündige Führung vermittelt nicht nur spannende Einblicke in das Leben vergangener Generationen, sondern regt auch dazu an, den heutigen Umgang mit Abschied, Erinnerung und Gemeinschaft zu hinterfragen.

Wer sich noch intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, kann anschließend die aktuelle Sonderausstellung „Jetzt geht’s dahi“ im Eingangsgebäude des Museums besuchen.

Die Führung beginnt um 14 Uhr, dauert etwa eine Stunde und ist im regulären Museumseintritt enthalten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.