Shakespeares „Othello“ – Die erste Premiere der neuen Spielzeit im Theater am Hagen
(ra) Es ist eine von Shakespeares vier großen Tragödien und sie wurde erstaunlicher Weise seit der Gründung des Landestheaters Niederbayern vor über 60 Jahren noch nie auf den Bühnen in Landshut, Passau und Straubing gezeigt: „Othello“. Diese Lücke wird nun endlich geschlossen, ist doch das Thema heute aktueller denn je. „Othello“ ist im Theater am Hagen nur am 4. Oktober um 19.30 Uhr zu sehen. Karten gibt es beim Amt für Tourismus der Stadt Straubing (Tel. 09421/944 307) und an der Abendkasse ab einer Stunde vor der Vorstellung. Es gilt der Straubing-Pass. Reservierungen werden sieben Tage vor Vorstellungsbeginn angenommen.

Andreas Schneider (Othello) – Foto & Montage: Peter Litvai
Trotz scheinbar geglückter Integration wird ein hoch angesehener Militär, der sich von seinen Kameraden nur durch seine andere Hautfarbe unterscheidet, an den Rand der Gesellschaft und schließlich zu einer tragischen Verzweiflungstat getrieben. Das Drama ist im Straubinger Theater am Hagen am 4. Oktober zu sehen.
Jago sinnt auf Rache gegen seinen schwarzen Feldherren Othello, der ihn bei einer Beförderung übergangen und einen Unerfahrenen zum Leutnant gemacht hat. Er versucht Othello zu diffamieren, indem er dessen geheime Heirat mit der gesellschaftlich hochstehenden Desdemona öffentlich macht. Immer noch nicht in seinem Rachedurst befriedigt, überzeugt er mit einem gerissenen Trick seinen Feind von der vermeintlichen Untreue Desdemonas. Othello rast vor Eifersucht und lässt sich, völlig von Sinnen, zu einer blutigen Tat hinreißen…
Liebe, Rache, Eifersucht – mit „Othello“ hat Shakespeare die ewig menschlichen Themen in vollendeter Form auf die Bühne gebracht. Sehr ungewöhnlich für die damalige Zeit war es, einen Schwarzen nicht als Bösewicht zu besetzen, sondern als einen Getriebenen seiner eigenen Leidenschaften darzustellen. Dabei versteht es Shakespeare genial, Othello einerseits als erfolgreichen, schwarzen Feldherren zu zeigen, andererseits aber auch als Fremden in der homogenen, venezianischen Gesellschaft. Gerade das Gefühl des Nicht-Dazugehörens ist der Boden, auf dem Jago seine Intrigen spinnen und Othello verunsichern kann. Denn ein gesellschaftlicher Außenseiter ist viel empfänglicher für vermeintliche Geheimnisse und Verleumdungen, als ein integriertes Mitglied der städtischen Gemeinschaft.
Die Neuinszenierung der Tragödie Othello übernimmt der Shakespeare-Experte Oliver Karbus, der das Werk auch selbst übersetzt hat. Das ganz in strahlendem Weiß gehaltene Bühnenbild schuf Markus Falkensteiner, die an den Stil der Renaissance erinnernden, extravaganten Kostüme entwarf Iris Jedamski. Die Titelrolle spielt Andreas Schneider, sein Gegenspieler Jago wird von David Moorbach, Desdemona von Ines Schmiedt dargestellt. In weiteren Rollen sind Ole Bosse/Julian Niedermeier, Jochen Decker, Reinhard Peer, Ella Schulz und Joachim Vollrath zu erleben.