(pol) Perfide Betrugsmasche mit Erfolg: In Bogen (Landkreis Straubing-Bogen) hat eine über 70-jährige Frau nach einem Schockanruf Bargeld an einen Unbekannten übergeben. Die Täter gaben sich am Telefon als Angehörige und Einsatzkräfte aus und setzten die Seniorin massiv unter Druck. Die Übergabe erfolgte am Mittwoch gegen 16.15 Uhr an der Wohnung der Frau.
Im Gespräch meldeten sich mehrere Personen, die vorgaben, Sohn, Schwiegertochter, Krankenschwester und Polizist zu sein. Sie behaupteten, der Sohn habe einen schweren Unfall verursacht, eine Frau sei lebensgefährlich verletzt und müsse operiert werden. Für die angebliche Behandlungskosten wurde Bargeld gefordert. Auffällig: Die Kommunikation lief vollständig auf Russisch.
Fünfstelliger Betrag übergeben
Unter dem Eindruck der geschilderten Notlage übergab die Frau einen niedrigen fünfstelligen Geldbetrag an einen Abholer. Dieser wird als etwa 30 Jahre alt, rund 1,80 Meter groß, mit braunen Augen und schwarzem Vollbart beschrieben. Er trug einen schwarzen Kapuzenpullover sowie eine schwarze Kappe.
Die Kriminalpolizeiinspektion Niederbayern hat die Ermittlungen übernommen. Nach aktuellen Erkenntnissen gehen die Behörden davon aus, dass Täter gezielt russischsprachige Opfer ansprechen – eine neue Vorgehensweise in der Region.
Polizei bittet um Hinweise
Die Polizeiinspektion Bogen sucht Zeugen. Wer im Bereich Aswinstraße, Hartwigstraße oder Herzog-Ludwig-Straße verdächtige Personen oder Fahrzeuge – insbesondere mit tschechischer Zulassung – beobachtet hat, wird gebeten, sich unter Telefon 09422/8509-0 zu melden.
