(ra) Pflegen, zuhören, aushalten – und dabei immer mehr leisten: Am Freitag ist in Aiterhofen deutlich geworden, vor welchen Herausforderungen die Pflegebranche steht. Gleichzeitig setzte die Veranstaltung ein klares Zeichen für mehr Austausch, neue Ideen und die gesellschaftliche Bedeutung des Pflegeberufs.

Der Fachtag fand anlässlich des Internationalen Tags der Pflegenden (12. Mai) vorgezogen in der Turnhalle der Berufsfachschule für Pflege statt. Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam für Stadt und Landkreis Straubing von der Arbeitsgemeinschaft Gerontopsychiatrie der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Straubing.

Pflege als Standortfaktor

Aiterhofens Bürgermeister Adalbert Hösl hob die zentrale Bedeutung einer funktionierenden Pflegeversorgung hervor: „Ohne eine verlässliche Pflege- und Gesundheitsversorgung verliert unsere Region ihre Attraktivität – für die Senioren, die hier alt werden wollen, aber auch für die jungen Familien, die ihre Angehörigen gut versorgt wissen möchten.“

Auch Victoria Guggenthaler, Vorsitzende der PSAG, machte deutlich, wie anspruchsvoll Pflegearbeit ist: „Pflege muss zuhören und manchmal auch aushalten können.“

Vorträge über Belastung und Kommunikation

Im Mittelpunkt des Tages standen verschiedene Fachvorträge. Themen waren unter anderem „Resilienz in der Pflege“, „Kommunikation zwischen den Generationen“ sowie „Humor in der Pflege“. Außerdem stellte Rita Zöllner die Vereinigung der Pflegenden in Bayern vor.

Neben den Fachbeiträgen sorgten ein Sketch, musikalische Beiträge und viele Gespräche für eine lockere Atmosphäre. Auch das Buffet fand großen Zuspruch – zubereitet von Schülerinnen und Schülern der Berufsschule II.

„Neue und kreative Wege gehen“

Christina Drexler vom Gesundheitsamt und Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Gerontopsychiatrie zog am Ende ein klares Fazit: „Pflege ist eine der großen sozialen Fragen unserer Zeit. Der Fachtag stand daher unter dem Zeichen der Professionalisierung und des Austausches, denn wir wollen alle gemeinsam – Politik, Träger, Pflegeeinrichtungen – neue und kreative Wege gehen und hoffen, dass wir mit diesem Fachtag Impulse setzen konnten.“