(ra) Sie kennen Grundstücksgrenzen, Fluren und Wege ihrer Heimatgemeinden und verfügen über Wissen, das selbst modernste Vermessungstechnik nicht vollständig ersetzen kann: Fünf Feldgeschworene aus dem Landkreis Landshut sind am Donnerstag im Landratsamt für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden. Vier von ihnen üben das Ehrenamt seit 25 Jahren aus, Michael Wagner aus Rottenburg sogar seit 40 Jahren.

Für 40 Jahre Dienst als Feldgeschworene wurde Michael Wagner (2. von links) aus Rottenburg ausgezeichnet. – Foto: Landratsamt Landshut

Landrat Alfred Holzner würdigte dabei besonders die Funktion der Feldgeschworenen als Bindeglied zwischen Grundstückseigentümern, Nachbarn und Verwaltung. Gemeinsam mit Uwe Weid, Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, begrüßte der Landrat die Geehrten aus Baierbach, Furth und Rottenburg. Begleitet wurden sie von den Bürgermeistern beziehungsweise Vertretern ihrer Heimatgemeinden.

Ein Ehrenamt mit jahrhundertealter Tradition

Auch im Zeitalter digitaler Karten, Satellitenvermessung und moderner Messtechnik bleibt die Erfahrung der Feldgeschworenen gefragt. Sie unterstützen die Vermessungsverwaltung bei Arbeiten an Flurstücken, Grundstücksgrenzen und Wegen und bringen dabei ihre detaillierten Ortskenntnisse ein.

Holzner machte deutlich, dass die Ehrenamtlichen keineswegs nur Helfer der Vermessungsbeamten seien. Vielmehr bildeten sie eine wichtige Brücke zwischen Grundstücksbesitzern, Anrainern und Verwaltung.

Und ihre Arbeit findet dort statt, wo Grenzen tatsächlich verlaufen – draußen in der Landschaft. Der Landrat würdigte deshalb auch den Einsatz „bei Wind, Wetter oder – wie zuletzt – großer Hitze“.

Wissen vor Ort bleibt unverzichtbar

Uwe Weid unterstrich ebenfalls die Bedeutung der persönlichen Ortskenntnis. „Trotz aller technischen Möglichkeiten ist eben dieses Wissen unverzichtbar für unsere Vermessungsverwaltung“, betonte der Amtsleiter.

Gerade die Verbindung aus moderner Vermessungstechnik und dem über Jahre erworbenen Wissen der Feldgeschworenen macht das Ehrenamt bis heute zu einem wichtigen Bestandteil des Vermessungswesens.

Viermal 25 Jahre – einmal 40 Jahre

Für jeweils 25 Jahre ehrenamtlichen Einsatz wurden Ludwig Seisenberger aus Baierbach sowie Josef Paintner, Richard Paintner und Heinrich Siegl aus Furth ausgezeichnet.

Auf vier Jahrzehnte als Feldgeschworener kann Michael Wagner aus Rottenburg zurückblicken. Auch er erhielt für seinen langjährigen Einsatz eine besondere Würdigung.

Neben den Urkunden überreichten die Verantwortlichen den Geehrten Bildbände und ein Weinpräsent als Dank für ihr jahrzehntelanges Engagement.