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Für Unternehmer Josef Schmid gilt: „Nachhaltig“ auch bei Personal und Führung

(ra) „Nachhaltigkeit“ ist ein Begriff, der Josef Schmid wichtig ist. Sein Unternehmen, die MDV Maristen Druck & Verlag GmbH in Furth bei Landshut, hat er daher ökologisch ausgerichtet, mit Umweltpapier, Ökodruckfarbe, einer Firmenflotte von Elektroautos oder der eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Um das Thema Nachhaltigkeit nun auch im Kern des Unternehmens umzusetzen – bei den eigenen Mitarbeitern – hat sich Schmid Hilfe vom Förderprojekt unternehmensWert: Mensch geholt. Die Druckerei ist damit eines von über 25 Unternehmen aus Niederbayern, die bereits Teil dieser Fördermaßnahme sind. „Das Programm steht weiteren Unternehmen offen, wir sind aktiv auf der Suche nach Betrieben, für die das Förderprogramm geeignet ist“, sagt Christiane Ksienzyk, die bei der IHK Niederbayern das Projekt koordiniert.

Mitglieder des "Führungskreises" rund um Geschäftsführer Josef Schmid (links) beraten die nächsten Schritte bei Maristen Druck & Verlag  - Foto: IHK
Mitglieder des „Führungskreises“ rund um Geschäftsführer Josef Schmid (links) beraten die nächsten Schritte bei Maristen Druck & Verlag – Foto: IHK

Das Programm unternehmensWert:Mensch hat zum Ziel, Unternehmen durch eine moderne Personalpolitik fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen. Handlungsfelder, in denen das Programm greift, sind etwa Führung und Kommunikation im Betrieb, Chancengleichheit, Gesundheitsmanagement oder Wissen und Kompetenz. „Gerade für kleine und mittelständische Betriebe lassen sich hier gute Ansatzpunkte finden“, schildert Ksienzyk. So ist es auch bei MDV. Gemeinsam mit einer durch das Programm geförderten Prozessberaterin hat Schmid in seinem Unternehmen einen „Führungskreis“ etabliert. „Ich möchte, dass die Mitarbeiter des Führungskreises unternehmerisch denken, dass sie Verantwortung übernehmen und das Tagesgeschäft gemeinsam leiten. Ich möchte in Zukunft mehr am, als im Unternehmen arbeiten“, schildert Schmid seinen Ansatz.

Rund die Hälfte der 15 Mitarbeiter des Unternehmens sind Mitglied des Führungskreises – freiwillig, wie Schmid betont. Einmal pro Monat treffen sie sich, führen die Erfahrungen aus den unterschiedlichen Unternehmensbereichen zusammen, tauschen sich aus und legen ihre Ziele fest. Wie man miteinander kommuniziert, wie man richtig Feedback gibt und aktiv zuhört, war dabei Teil der Beratung im Unternehmen. „Einige Mitarbeiter haben mich mit ihren engagierten Zielen sehr überrascht“, berichtet Schmid. „Und auch meine eigene Kommunikation ist schon besser geworden. Die Mitglieder im Führungskreis legen die Scheu ab, mit mir als Chef offen zu sprechen.“ Ergänzt werden die Treffen des Führungskreises durch weitere Instrumente für Führung und Kommunikation, beispielsweise Mitarbeitergespräche, in denen persönliche Entwicklungsziele und -maßnahmen festgelegt werden.

Der Ablauf im Förderprogramm ist bei MDV derselbe, wie bei jedem anderen teilnehmenden Unternehmen. Als Erstberaterin der IHK war Christiane Ksienzyk in den Betrieb gekommen und hatte gemeinsam mit der Geschäftsführung geprüft, wo und wie das Programm genutzt werden kann. Der zweite Schritt ist die Suche nach einem autorisierten Unternehmensberater, der das Unternehmen bei der Weiterentwicklung unterstützt. Aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds werden dabei bis zu 80 Prozent der Kosten für die Beratung erstattet. Nachdem MDV bereits in der Endphase des Projekts steckt, kann Schmid bereits ein Fazit ziehen: „Mein persönliches Ziel in dem Projekt ist es, dass wir alle so gut zusammenarbeiten und uns weiterentwickeln, dass wir in unserer gebeutelten Branche nicht nur die bestehenden Arbeitsplätze erhalten, sondern auch neue schaffen können. Dafür sind wir auf einem sehr guten Weg.“ Über seinen weiteren Weg und den Abschluss des Projekts berichtet er im Internetauftritt des Unternehmens unter: www.mdv-druck.de/neuigkeiten.html

Das Förderprogramm unternehmensWert:Mensch steht grundsätzlich allen kleinen und mittelständischen Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten und Sitz in Deutschland zur Verfügung. Weiterführende Informationen erhalten Interessierte bei Christiane Ksienzyk unter der Telefonnummer 0851 507-484 oder per E-Mail an ksienzyk@passau.ihk.de.