(eg) Zahlreiche Kunstinteressierte sind am Freitagabend zur Eröffnung der Ausstellung „Künstlerfreundschaften VI“ in den Straubinger Weytterturm gekommen. Unter dem Titel „Zwiespännig“ präsentieren fünf Künstlerpaare ihre Arbeiten gemeinsam und lassen dabei ganz unterschiedliche künstlerische Handschriften aufeinandertreffen. Malerei begegnet Skulptur, Keramik trifft auf abstrakte Farbfelder, Papier und Sisal werden zu Kunstobjekten.

„Zwiespännig – vielleicht ein ungewöhnlicher Titel für eine Ausstellung“, sagte Erich Gruber, Vorsitzender der Gemeinschaft Bildender Künstler (GBK), zur Begrüßung. Der Begriff beschreibt jedoch das Prinzip der Ausstellung: Jeweils ein GBK-Mitglied und ein Gast bilden ein „Zwiegespann“ und gestalten gemeinsam einen Raum.
Wie unterschiedlich solche künstlerischen Dialoge ausfallen können, zeigt sich bereits bei Philipp Grieb und Uwe Jonas. Griebs farbintensive Malerei trifft auf Skulpturen des Münchner Bildhauers aus Gneis und Stahl. Eine Verbindung entsteht durch die Beschäftigung beider Künstler mit Formen und Farben von Gestein.
Von Masken bis zu abstrakten Farbfeldern
Katharina Claudia Dobner und Claudia Barthel aus Sünching kombinieren Maskendarstellungen und Papierobjekte. Dobner arbeitet mit unterschiedlichen Materialien, während Barthel unter anderem ihre sechsteilige Reihe „…wohin die Reise geht…“ präsentiert.

Kontraste bestimmen den gemeinsamen Raum von Harald Zellner und Sanne Heid. Zellners keramische Figuren und Holzobjekte stehen den gegenstandslosen Farbfelddarstellungen Heids in Öl auf Baumwolle gegenüber. Gerade das Nebeneinander unterschiedlicher Ausdrucksformen macht hier das Konzept von „Zwiespännig“ sichtbar.
Mit Blick und Wahrnehmung beschäftigen sich Margrit Hohenberger und Heike Bildhauer. Hohenberger kombiniert großformatige Sisalobjekte mit Fernglas-Arbeiten. „Mein künstlerischer Blick richtet sich in die Ferne“, erklärte sie. Bildhauer zeigt unter anderem Arbeiten in Eitempera und kommentierte ihren Namen mit einem Augenzwinkern: „Ich heiße zwar Bildhauer, bin aber Malerin.“

Fantasievolles ganz oben im Turm
Im höchstgelegenen Ausstellungsraum begegnen sich schließlich Charlotte Schnieringer aus Straubing und Judith Mündel-Hechtfischer aus Klingenberg am Main. Beide verwandeln unterschiedliche Materialien in fantasievolle Kleinobjekte. Mündel-Hechtfischer zeigt unter anderem ihre „11 Bootschaften“, Schnieringer Arbeiten wie „Paul, der Seefahrer“, „Augenschmaus“ und „Mona Lisa lächelt“. Ergänzt wird die Präsentation durch Bronzeplastiken, die beide Künstlerinnen von einem Aufenthalt in Ungarn mitgebracht haben.
Oberbürgermeister Markus Pannermayr griff bei der Eröffnung das Spiel mit den Gegensätzen auf. Während draußen auf dem Stadtplatz das städtische Leben pulsiere, biete der Innenhof des Weytterturms einen Rückzugsort für Kunst und Besinnung. Beides könne sich ergänzen. Zugleich hob Pannermayr die Bedeutung des Dialogs für eine lebendige Gesellschaft hervor und dankte der GBK für ihr langjähriges Engagement.
