(ra) Ein Kirta ohne Musik, gutes Essen und Zeit zum Ratschen wäre eigentlich kein richtiger Kirta. Genau deshalb passt dieses Fest auch so gut ins Freilichtmuseum Massing: Zwischen den alten Höfen wird am Sonntag, 11. Oktober ab 10 Uhr wieder so gefeiert, wie es früher zum bäuerlichen Jahreslauf ganz selbstverständlich dazugehört hat. Gemeinsam mit dem Heimat- und Volkstrachtenverein „D’Rottaler“ Massing lädt das Museum zum traditionellen Massinger Kirta ein.

Kirtahutschn – Foto: Johann Dirschl

Für die „D’Rottaler“ ist das Fest auf dem Museumsgelände längst kein gewöhnlicher Termin mehr. Trachtenverein und Freilichtmuseum sind seit Jahrzehnten eng miteinander verbunden. Schon in den Anfangsjahren des Museums wurden dort Höhepunkte des bäuerlichen Brauchtumsjahres wieder lebendig gemacht – dazu gehörte neben Maibaumaufstellen und Arntbier selbstverständlich auch der Kirta.

Dass dabei gut gegessen wird, versteht sich fast von selbst. Unter anderem gibt es Entenbraten und frisch gebackene Kiachl, wie die Ausgezogenen in Niederbayern heißen. Kaffee und Kuchen fehlen ebenfalls nicht.

Das deftige Essen gehört zur Geschichte des Festes. Kirta war früher nicht nur ein kirchlicher Feiertag, sondern zugleich einer der großen Festtage im bäuerlichen Jahreslauf. Nach Monaten harter Arbeit durfte ausgiebiger gegessen, gefeiert und getanzt werden. Was sonst nicht jeden Tag auf den Tisch kam, wurde an solchen Tagen aufgetragen.

Musik, Plattler und Goaßlschnalzer

Für die passende Atmosphäre sorgen die „D’Rottaler“. Musikanten sind ebenso dabei wie die Tanz-, Sing- und Plattlergruppen des Vereins. Auch das Goaßlschnalzen gehört zum Programm. Zwischen den historischen Bauernhöfen treffen damit Musik, Tracht und Brauchtum auf eine Umgebung, in der vieles davon einst zum Alltag gehörte.

Auch abseits des Festprogramms lohnt sich der Rundgang durchs Museum. Ein Anziehungspunkt ist die historische Kramerei. Sie erinnert an jene kleinen Läden, in denen früher auf engem Raum beinahe alles zu finden war, was für Haushalt, Hof und Alltag benötigt wurde.

Zum Kirta gehört außerdem der Obstmarkt. Alte Apfel- und Birnensorten zeigen dort die Vielfalt, die früher in den Gärten und auf den Streuobstwiesen der Region zu finden war. Manche dieser Sorten sind heute im normalen Handel kaum noch anzutreffen.

So verbindet der Massinger Kirta Tracht und Musik mit alten Bräuchen, einem ordentlichen Mittagessen und reichlich Gelegenheit, von Hof zu Hof zu schlendern, Bekannte zu treffen und miteinander zu ratschen.

Der Kirta beginnt am Sonntag, 11. Oktober um 10 Uhr. Das Freilichtmuseum Massing ist im Oktober von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr haben freien Eintritt.