(ra) Geschichte zum Anfassen gibt es am Sonntag, 13. September beim Tag des offenen Denkmals im Landkreis Landshut. Kirchen, historische Bauernhäuser, Museen und das ehemalige Wohnhaus des Bildhauers Fritz Koenig öffnen ihre Türen, teilweise können Besucher sogar laufende Sanierungen und archäologische Funde unter die Lupe nehmen. Insgesamt acht Stationen laden zu einem Streifzug durch mehrere Jahrhunderte regionaler Geschichte ein.

Der Tag des offenen Denkmals wird seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert. Auch im Landkreis Landshut beteiligen sich in diesem Jahr wieder zahlreiche Einrichtungen und private Eigentümer.

Ein besonderes Ereignis steht in Rammelkam in der Gemeinde Kumhausen bevor. Anlässlich des 1100-jährigen Jubiläums erhält die Kirche St. Vitus eine neue Glocke. Bereits am Samstag beginnen um 13 Uhr die Vorbereitungen für den Glockenguss, der gegen 20 Uhr erfolgen soll. Am Sonntag wird die neue Glocke ab 9 Uhr ausgepackt und um 11 Uhr bei einem Gottesdienst geweiht. Ihr erstes Geläut soll um 15 Uhr zu hören sein.

Archäologen zeigen ihre Funde

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In Vilsbiburg richtet sich der Blick sogar unter die Erde. Geplante Bauarbeiten hinter dem historischen Spitalensemble ermöglichten der Kreisarchäologie in diesem Jahr eine seltene Grabung innerhalb der mittelalterlichen Innenstadt.

Am Sonntag werden Fundstücke aus den Gebäuden und der Grabung in einer kleinen Ausstellung im Spitalgarten am Spitalplatz 40 präsentiert. Kurzvorträge sind um 14 und 15 Uhr vorgesehen. Das Museum ist von 10 bis 16 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

Ein außergewöhnlich altes Stück niederbayerischer Baugeschichte wartet in Oed 6 in Altdorf. Das dortige Bauernhaus wurde bereits 1554 als zweigeschossiger Blockbau errichtet und zählt zu den ältesten erhaltenen ländlichen Wohngebäuden Niederbayerns. Derzeit wird das Gebäude umfassend saniert. Von 13 bis 17 Uhr kann die Baustelle besichtigt werden, die Bauherren stehen für Fragen zur Verfügung.

Zu Gast bei Fritz Koenig

Auch der Ganslberg in Altdorf öffnet von 10 bis 16 Uhr seine Türen. Das ehemalige Wohnhaus des Künstlers Fritz Koenig und das unter Ensembleschutz stehende Gelände können besichtigt werden.

Zu sehen ist unter anderem die Ausstellung „nah bei“ mit Arbeiten von Sabine Berr, Helmut Geier und Heribert Heindl. Ergänzend präsentieren Dierk Berthel, Tom Kristen und Matthias Braun erste Ergebnisse ihrer Arbeitsresidenz auf dem Ganslberg. Bei Führungen gibt es zudem Einblicke in Kugelhalle, Vierseithof, Atelier und Afrikahalle.

Eine Kirche, die in drei Monaten entstand

In Neufahrn kann von 10 bis 15 Uhr die Friedenskirche besichtigt werden. Sie gehört zu den nach dem Zweiten Weltkrieg von Otto Bartning entwickelten Notkirchen-Typen. Das Gotteshaus wurde als Holzskelettkonstruktion errichtet und bereits 1950 nach nur drei Monaten Bauzeit eingeweiht. Um 15 Uhr findet ein Einführungsgottesdienst mit dem neuen Pfarrer Franz Menzl statt.

In Pfeffenhausen öffnet von 13 bis 17 Uhr ein Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert in der Rottenburger Straße 18. Das Gebäude wurde von seinen Eigentümern umfangreich saniert und beherbergt heute ein Museum für historische Werkstätten. Für die Sanierung wurde das Projekt 2022 mit der Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet. Führungen beginnen jeweils zur vollen Stunde.

Vom Bauernhaus bis zum Museum

Ein weiteres saniertes Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert kann in der Rosenstraße 4 in Hohenthann von 15 bis 18 Uhr erkundet werden. Bei der Sanierung blieb der historische Blockbau erhalten und wurde zugleich durch moderne Elemente und Baustoffe ergänzt.

Auch das Museum Altdorf in der Weinbergstraße 1 beteiligt sich am Aktionstag. Zwischen 14 und 16 Uhr werden stündlich Führungen durch das Haus angeboten.