Corona-Ausbruch in Ergolding: Eine weitere Person infiziert
(ra) Die Reihenuntersuchung bei der Belegschaft des Ergoldinger Metall-Unternehmens Kollmeder läuft offensichtlich nicht wie erwartet. Am Dienstagvormittag sind alle Testergebnisse beim Gesundheitsamt am Landratsamt Landshut eingegangen. Bei dem letzten Viertel der Untersuchungsergebnisse der Belegschaft des Betriebs ist ein neuer Fall von Corona-Infektion festgestellt worden. Und nicht nur das!
Die Situation in dem neuerlichen Corona-Infektionsherd stellt sich wie folgt dar: Insgesamt sind 16 Personen im Zusammenhang mit der Ergoldinger Firma positiv auf das SARS-CoV-2 getestet worden, sprich: sie haben sich mit dem Krankheitserreger infiziert. Einige haben mit Symptomen wie Fieber zu kämpfen, keine und keiner der Betroffenen befindet sich derzeit (Dienstag, 14 Uhr) zur Behandlung in einer Klinik.
Bei den 16 Infizierten handelt es sich um zehn Mitarbeiter der Firma sowie um sechs Familienangehörige. Für sie alle sowie für Kontaktpersonen ersten Grades ist strikte Quarantäne angeordnet worden. Die Infizierten wohnen in Altdorf, Ergolding, Ergoldsbach, Essenbach, Landshut und Vilsbiburg. Eine Person hat ihren Hauptwohnsitz in Straubing.
Die Verantwortlichen des Gesundheitsamts am Landratsamt Landshut werden in dieser Woche erneut eine Reihentestung der Belegschaft der Firma vornehmen. Jede Testung ist nur eine Momentaufnahme, wie die Fachleute des Landratsamts wissen. Man will daher auf Nummer sicher gehen – deshalb hat auch die Feststellung aller möglichen Kontaktpersonen weiter höchste Priorität bei den Mitarbeitern des Gesundheitsamts.
Landrat Dreier kritisiert Betroffene
Von Seiten der Behörde wird eindringlich an kontaktierte Personen appelliert, vollständige und richtige Angaben zu machen. Wie sich verschiedentlich herausgestellt hat, sind nicht in allen Fällen absolut richtige Angaben zu eventuellen Kontakten und Verhaltensweisen gemacht worden. „Damit ist niemandem gedient“, betont Landrat Peter Dreier, „vielmehr werden mit solchen unverantwortlichen Handlungsweisen Gefahren für eine unbekannte Zahl von Menschen heraufbeschworen.“
Bis dato haben sich somit seit Beginn des Infektionsgeschehens im März insgesamt 968 Personen in der Region Landshut mit dem Corona-Virus infiziert. Wobei in absehbarer Zeit ein Fall aus der – maßgeblichen – Statistik des Bayerischen Landesamts für Lebensmittelgesundheit (LGL) wieder herausfallen und dem „Straubinger Kontingent“ zugeschrieben werden wird, weil der Erkrankte dort seinen Hauptwohnsitz hat.
Gleichgeblieben ist bis dato die Zahl von 910 Personen, die die Infektion überstanden haben und genesen sind. Dasselbe gilt für die Zahl von 40 Menschen aus der Region Landshut, die an den Folgen einer Corona-Virus-Infektion gestorben sind. Die Zahl der festgestellten Kontaktpersonen hat unterdessen die Marke von 2900 deutlich überschritten. Laut bayerischer Test-Strategie können sich alle verunsicherten Personen, unabhängig von der Frage, wie und ob sie Kontakt zu möglichen Infizierten gehabt haben, beim Hausarzt auf eine Corona-Infektion testen lassen.
Vor dem Hintergrund der Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Ergoldinger Unternehmen musste der Reihen-Test der Mitarbeiter des Landshuter Schlachthofs des Vion-Konzerns (rund 400 Mitarbeiter) auf nächste Woche verschoben werden. Dieser Test findet im Rahmen einer für ganz Bayern angeordneten erneuten Untersuchung aller Mitarbeiter großer Schlachthöfe statt.