(ra) Der erste Aufschlag für sehr viel mehr Arbeit zur Entscheidungsvorbereitung ist geschafft: Das Strukturgutachten zur Krankenhausversorgung in Stadt und Landkreis Straubing-Bogen hat die Unternehmensberatung Roland Berger, vertreten durch Dr. Axel Fischer und Dr. Philipp Rebmann, am Donnerstag im Mehrzweckgebäude Kirchroth erstmals dem Verwaltungsrat der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf vorgestellt.

Die außerordentliche Verwaltungsratssitzung der Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf zur Eröffnung des Strukturgutachtens in Kirchroth – Foto: Kreiskliniken Bogen-Mallersdorf/Elisabeth Landinger

Weitere Teilnehmende waren der Landtagsabgeordnete Josef Zellmeier, die Fraktionsvorsitzenden des Kreistags sowie seitens der Kreiskliniken die Vorstände Christian Schwarz und seine Stellvertretung Nannette Baumann, die Ärztlichen Direktoren und Chefärzte, der Pflegedirektor, die Personalratsvorsitzende und weitere Verantwortliche. Es hätte zwar eine interne Vorstellung sein sollen, aber die Anwesenden pflichteten unverzüglich dem Anliegen bei, das der Ärztliche Direktor der Klinik Bogen, Chefarzt Dr. med. Dionys Daller geäußert hatte: „Wir wollen den Klinikmitarbeitern die zentralen Erkenntnisse aus dem heutigen Tag nicht vorenthalten.“

Das von Roland Berger erarbeitete Strukturgutachten untersucht die künftige Ausrichtung der Krankenhausversorgung in Stadt und Landkreis Straubing-Bogen und bewertet dafür verschiedene Zukunftsszenarien. Erklärtes Ziel ist es, eine Grundlage für eine zukunftsfähige, bedarfsgerechte und wirtschaftlich tragfähige medizinische Versorgung zu schaffen. Das Gutachten zeigte deutlich auf, dass es in der Region einen Strukturwandel geben müsse. Präsentiert und diskutiert wurden verschiedenste Szenarien und Optionen, wobei sich die Anwesenden einhellig sowohl gegen eine Standortschließung, als auch gegen den Stillstand aussprachen. „Mein Ziel ist der Erhalt beider Standorte. Aber wer Bogen und Mallersdorf dauerhaft sichern will, muss auch den Mut zur Veränderung haben. Stillstand ist keine Zukunftsstrategie“, betont Landrat Tobias Beck.

Das Gutachten empfiehlt unter diesen Leitplanken den Weiterbetrieb der beiden baulich modern aufgestellten Häuser – nicht nur der Sicherstellungsklinik Mallersdorf, sondern auch der Klinik Bogen, jedoch mit Veränderungen, um auch langfristig vom Landkreis getragen werden zu können. Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu verschiedenen kritisch diskutierten Szenarien und Optionen werden bereits erstellt und in den nächsten Wochen für eine detailliertere Entscheidungsgrundlage ausgearbeitet. Das Gutachten bot also lediglich einen punktuellen Sachstand in einem fließenden Prozess mit stets neuen Erkenntnissen.

„Es gibt tatsächlich noch viele Unwägbarkeiten, aber der Medizinische Dienst der Krankenkassen hat für die Klinik Bogen für alle beantragten und relevanten Leistungsgruppen grünes Licht erteilt“, berichtet Vorstand Christian Schwarz. „Die Entscheidung darüber liegt letztendlich beim Ministerium und wird wegen eines Anhörungsverfahrens erst Ende Oktober bzw. Anfang November erwartet.“ Daher entschieden die Anwesenden, die ursprünglich für den 28. September geplante Kreistagssitzung zum Klinikthema auf einen geeigneten späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Die Möglichkeiten für Fragen und weitere Arbeitsaufträge an die Gutachter und Vorstände nutzten die Beteiligten sehr rege, um die Zeit bis dahin möglichst konstruktiv für eine Entscheidungsfindung seitens der Trägerschaft nutzen zu können. „Entschieden ist also noch nichts“, zog Landrat Beck nach der Sitzung Bilanz, „aber es war ein interessanter und informativer Auftakt für den weiteren Entscheidungsprozess“, was so auch aus der Runde wiederholt zu vernehmen war.