(ra) Mehr als 100 Gäste aus der Wirtschaft sind am Freitag zum sechsten Unternehmertag des Landkreises Straubing-Bogen ins Landratsamt gekommen. Im Mittelpunkt standen Zukunftsthemen wie künstliche Intelligenz, Automatisierung und Robotik – aber auch die Belastungen durch Bürokratie und hohe Kosten. Mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer waren zwei prominente Gäste vertreten.

Gruppenbild der Teilnehmenden – Foto: Landratsamt Straubing-Bogen/Pressestelle

Aiwanger fordert günstigere Energie und weniger Vorschriften

„Unsere Unternehmer wollen investieren und Arbeitsplätze schaffen. Aber dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen“, sagte Aiwanger. Notwendig seien günstigere Energie und eine Entbürokratisierungsoffensive. Gerade der Mittelstand dürfe nicht weiter mit Vorschriften belastet werden.

Für den Wirtschaftsstandort Straubing-Bogen fand Aiwanger lobende Worte. Er verwies auf geringe Arbeitslosigkeit, ein reges Gründungsgeschehen und eine hohe Innovationskraft. Zwischen 2016 und 2025 unterstützte der Freistaat die gewerbliche Wirtschaft im Landkreis nach Angaben des Landratsamtes mit 35,8 Millionen Euro. Dadurch seien Investitionen von rund 240 Millionen Euro angestoßen worden.

Beck: „Nicht jeder Antrag kann genehmigt werden“

An die Unternehmer gerichtet sagte Beck: „Sie übernehmen jeden Tag Verantwortung. Für ihre Unternehmen. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und damit auch für die Entwicklung in unserer Region.“

Zugleich versprach er einen frühzeitigen Dialog bei Investitionsvorhaben: Nicht jeder Antrag könne genehmigt werden, Vorhaben würden aber ernsthaft geprüft und gemeinsam nach Lösungen gesucht.

Alois Rainer wirbt für Bürokratieabbau

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer griff das Thema Bürokratie auf, welches seit Jahrzehnten von den Politikern gegeiselt wird, aber bislang keine Veränderung eingetreten ist. Als Beispiel verwies er auf sein eigenes Ministerium, in dem die Zahl der Abteilungen von acht auf sieben reduziert worden sei.

Beim Bürokratieabbau warb Rainer – so wie alle bisherigen Politiker auch – um Geduld. Viele Vorschriften seien über Jahre entstanden und könnten deshalb nicht innerhalb kurzer Zeit wieder verschwinden.

Zum Abschluss zeigte Dr. Sebastian Wilhelm von der Technischen Hochschule Deggendorf anhand eines virtuellen Betriebsrundgangs, welche Möglichkeiten künstliche Intelligenz Unternehmen bereits heute bietet.

Der Unternehmertag fand nicht ungefähr zu diesem Zeitpunkt statt. Immerhin ging es anschließend zum Festplatz des Gäubodenvolksfestes.