(ra) Extreme Hitze kann lebensgefährlich werden. Deshalb setzt das Klinikum Straubing bei schweren Hitzschlägen auf eine ungewöhnliche, aber medizinisch empfohlene Maßnahme: ein großes Planschbecken zur schnellen Kühlung von Patienten. Wie eine Sprecherin des Klinikums am Dienstag mitteilte, habe das Team des Notfallzentrums bereits den Einsatz für den Ernstfall trainiert.

Bei einer Generalprobe testen (von links) die pflegerische Leitung des Notfallzentrums Claudia Bogner, Chefärztin Dr. Stefanie Lang mit Oberärztin Dr. Eva Diepold und Chefsekretärin Elke Magerl den Einsatz des neu angeschafften Planschbeckens. – Foto: Klinikum St. Elisabeth Straubing/Sandra Wimmer

Ein Hitzschlag entsteht, wenn der Körper seine Temperatur nicht mehr ausreichend regulieren kann und sie auf über 40 Grad ansteigt. Ohne rasche Behandlung drohen schwere Organschäden bis hin zum Organversagen oder Tod. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen.

Typische Warnzeichen sind heiße Haut, starke Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen. Im Ernstfall zählt jede Minute. Die wichtigste Sofortmaßnahme ist eine schnelle Kühlung des Körpers mit Wasser und gleichzeitig der Notruf.

Planschbecken für den Ernstfall

Das Notfallzentrum des Klinikums Straubing hat sich deshalb ein großes Planschbecken angeschafft. Zusätzlich steht gemeinsam mit der technischen Abteilung ein Wasseranschluss mit Gartenschlauch bereit, um Patienten bereits im Außenbereich rasch kühlen zu können.

Ob das Becken zum Einsatz kommt, entscheidet das medizinische Team individuell. Dabei werden unter anderem Bewegungseinschränkungen, Gelenkerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen berücksichtigt. Die Privatsphäre der Patienten wird durch einen mobilen Sichtschutz gewährleistet.

Empfehlung internationaler Experten

Grundlage der Maßnahme sind aktuelle Empfehlungen des European Resuscitation Council (ERC). Danach gehört die Ganzkörperkühlung im Wasser zu den wirksamsten Behandlungsmethoden bei schwerer Überwärmung.

Chefärztin Dr. Stefanie Lang weiste in der Pressemitteilung darauf hin, dass nicht jede hitzebedingte Erkrankung ein Hitzschlag ist. Bei Sonnenstich oder Hitzeerschöpfung helfen zunächst Ruhe, Kühlung und ausreichend Flüssigkeit. Entscheidend sei jedoch, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und bei einem Hitzschlag sofort zu handeln.