(ra) Das Landratsamt Landshut setzt ein starkes Zeichen für den Artenschutz. Für den Neubau in Essenbach ist die Behörde am Montag vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) mit der Plakette „Vogelfreundliche Glasfläche“ ausgezeichnet worden. Die nachträglich angebrachte Spezialfolie soll Kollisionen von Vögeln mit den Glasflächen um mehr als 90 Prozent reduzieren.

Mit rund 1.600 Quadratmetern Schutzfolie handelt es sich nach Angaben des Landkreises um die derzeit größte Maßnahme dieser Art in Bayern. Der Landkreis investierte rund 150.000 Euro in die Beklebung der Glasflächen des Neubaus. Hintergrund ist ein oft unterschätztes Problem: Nach aktuellen Modellrechnungen sterben allein in der Region Landshut täglich zwischen 500 und 1.000 Vögel durch Zusammenstöße mit Glasflächen. Mit der speziellen Musterfolie soll dieses Risiko deutlich verringert werden.
„Ein starkes Zeichen für den Naturschutz“
Landrat Alfred Holzner sieht in der Maßnahme ein klares Bekenntnis zum Schutz der heimischen Tierwelt: „Der Schutz unserer heimischen Tierwelt ist uns ein wichtiges Anliegen. Mit dieser Maßnahme setzen wir ein starkes Zeichen für den Naturschutz im Landkreis Landshut und übernehmen Verantwortung für unsere Umwelt.“
An der Auszeichnung nahmen unter anderem LAKUBAU-Vorstand Thomas Stöckl, die Naturschutzfachkraft Franziska Parzefall sowie Vertreter des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz teil.
Vorreiterrolle in Bayern
Auch Dr. Peter Stimmler vom LBV würdigte das Engagement des Landkreises: „Das Landratsamt Landshut nimmt mit dieser umfassenden Schutzmaßnahme eine herausragende Vorreiterrolle in Bayern ein. Es zeigt eindrucksvoll, wie durch gezielte Maßnahmen an öffentlichen Gebäuden ein wirksamer Beitrag zum Artenschutz geleistet werden kann.“
Mit der Auszeichnung unterstreicht das Landratsamt Landshut seinen Anspruch, Naturschutz auch bei öffentlichen Bauprojekten konsequent mitzudenken und so einen nachhaltigen Beitrag zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt zu leisten.
