(ra) Die öffentliche Hand soll nach dem Willen des Bund Naturschutzs (BN) künftig deutlich konsequenter auf Nachhaltigkeit setzen. Der Umweltverband sieht vor allem bei Beschaffung, Mobilität und Veranstaltungen erhebliche Einsparpotenziale bei Energie, Wasser und Ressourcen. Die Staatsregierung müsse deshalb verbindliche ökologische Standards für sämtliche staatlichen Einrichtungen festschreiben.

Erhalt der Versickerungsfähigkeit Schlüssel für schonenden Umgang mit den Wasserressourcen – Foto: Meindorfer

Johann Meindorfer, stellvertretender Sprecher des BN-Landesarbeitskreises Abfall, Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung, sieht noch große ungenutzte Möglichkeiten zum Erreichen der Klima-, Energie- und Biodiversitätsziele.

Forderung an die Staatsregierung

Bereits vor mehr als einem Jahr hatte sich Meindorfer in einem Schreiben an Ministerpräsident Dr. Markus Söder sowie die Staatsminister Thorsten Glauber und Hubert Aiwanger gewandt. Darin fordert der BN, dass für die gesamte öffentliche Hand eine durchgängig umweltverträgliche Beschaffung verbindlich vorgeschrieben wird.

Die innerstädtische Regenwasserzisterne am Ludwigsplatz sollte Vorbild für Regenwassernutzungsanlagen für das anfallende Dachflächenwasser von Neubauten sein – Foto: Meindorfer

Nach Ansicht des Verbandes scheut sich die Staatsregierung bislang, alle Einrichtungen der mittelbaren Staatsverwaltung zu einer konsequent nachhaltigen Beschaffungs-, Mobilitäts- und Veranstaltungspraxis zu verpflichten. Dazu zählen unter anderem öffentlich-rechtliche Sozialversicherungsträger, Sparkassen und weitere Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Recyclingpapier als wichtiger Hebel

Ein besonderes Einsparpotenzial sieht der BN beim Papierverbrauch. Die flächendeckende Umstellung auf Recyclingpapier aus 100 Prozent Altpapier könne Wasser, Energie und wertvolle Rohstoffe einsparen.

Meindorfer betont, dass Ressourcen- und Energieverschwendung nicht nur der Umwelt schade, sondern auch aus Sicht der öffentlichen Hand nicht mehr vertretbar sei.

Regenwasser besser nutzen

Darüber hinaus fordert der BN einen stärkeren Einsatz von Regenwassernutzungsanlagen. Bei Neu- und Wiederbebauungen sollte die Nutzung von Dachflächenwasser nach Auffassung des Verbandes künftig zum Standard werden.

Dies diene sowohl dem Schutz der Wasserressourcen als auch der Vorsorge gegen Starkregen und Hochwasser. Die jüngsten Hochwasserkatastrophen hätten nach Ansicht des BN deutlich gemacht, wie wichtig entsprechende Maßnahmen für den Klima- und Bevölkerungsschutz seien.