(pol) Betrügerische Teerkolonnen sorgen derzeit im Landkreis Landshut für zahlreiche Polizeieinsätze. Die Täter bieten vermeintlich günstige Asphaltarbeiten mit angeblichem „Restmaterial“ an – am Ende stehen oft mangelhafte Arbeiten, hoher finanzieller Schaden und massiver Druck auf die Betroffenen. Das Polizeipräsidium Niederbayern warnt deshalb eindringlich vor der Masche. Die Akteure könnten auch in den Nachbarlandkreisen aktiv werden.
Besonders drastisch verlief ein Fall am Dienstag in Schalkham. Dort boten mehrere Bauarbeiter einem 61-Jährigen zunächst kostenlos übrig gebliebenen Teer an. Der Mann stimmte den Arbeiten zu. Wenig später rückten zwei Lastwagen und mehrere Autos an und begannen mit Asphaltarbeiten auf dem Grundstück.
Nach Abschluss der Arbeiten verlangten die Männer plötzlich 4.000 Euro. Laut Polizei setzten sie den Hausbesitzer massiv unter Druck und bedrängten ihn so lange, bis er schließlich einen niedrigen vierstelligen Bargeldbetrag übergab. Erst danach verließen die Arbeiter das Grundstück. Die Polizei Rottenburg an der Laaber ermittelt.
Fast zeitgleich meldete ein aufmerksamer Bürger der Polizeiinspektion Vilsbiburg mehrere Arbeiter mit polnischen Fahrzeugen, die ebenfalls Teerarbeiten anboten. Zwei Fahrzeuge konnten schließlich in Baierbach kontrolliert werden. Nach bisherigen Erkenntnissen hatten die Männer zuvor bereits erfolglos versucht, einer Firma in Bodenkirchen ihre Dienste anzubieten.
Bei den kontrollierten Personen handelt es sich um zwei polnische Staatsangehörige im Alter von 32 und 35 Jahren sowie einen 30-jährigen Briten. Laut Polizei verfügen sie über keinerlei Gewerbeberechtigungen und waren bereits mehrfach wegen Betrugsdelikten auffällig geworden.
Weitere Hinweise über das Auftreten solcher Teerkolonnen gingen aus Rottenburg an der Laaber, Hohenthann, Bayerbach bei Ergoldsbach sowie Oberdörnbach ein.
Nach Angaben der Polizei läuft die Masche meist ähnlich ab: Die Täter klingeln unangekündigt an Haustüren und behaupten, von Baustellen günstiges Restmaterial übrig zu haben. Zunächst wirken die Angebote billig und spontan. Während der Arbeiten werden dann häufig größere Flächen bearbeitet als vereinbart. Anschließend verlangen die Täter deutlich höhere Summen und setzen die Geschädigten teilweise massiv unter Druck.
Hinzu kommt: Die Qualität der Arbeiten ist laut Polizei oft schlecht. Der Asphalt werde häufig ohne stabilen Untergrund aufgetragen, wodurch bereits nach kurzer Zeit Schäden entstehen. Rechnungen oder ordnungsgemäße Firmenunterlagen fehlten meist ebenfalls.
Die Polizei rät deshalb dringend dazu, keine spontanen Haustürgeschäfte abzuschließen und niemals unter Druck Bargeld zu übergeben. Betroffene sollten Firmenunterlagen prüfen, Kennzeichen notieren und im Zweifel sofort die Polizei verständigen.
