(ra) Sonderkulturen, Rinderhaltung, Schweinezucht, Besuch am Schlachthof, Getreidebau, Ökopflanzenbau, Grünland, Stallkonzepte, Exkursionen zu Herstellern von Agrartechnik und vieles mehr steht im Frühjahr und Sommer auf dem Programm der Winterschule. Ja, richtig. Die Winterschule ist auch im Sommer aktiv, genau gesagt an 15 Tagen von April bis Juli, und das meist irgendwo außer Haus. Und was soll dann der irreführende Name?

Sie ist und bleibt die „Winterschui“, obwohl sie offiziell „Staatliche Landwirtschaftsschule“ heißt und Landwirtinnen und Landwirte nach erfolgreich abgeschlossener Lehre auf eine Zukunft als Unternehmerinnen und Betriebsleiter vorbereitet. Das Ganze in zwei Wintersemestern und einem dazwischenliegenden Sommersemester.

Im Versuchsschlachthaus des Forschungs- und Prüfzentrums Schwein am Staatsgut Schwarzenau begutachten die Studierenden unter Anleitung von Fachlehrer Armin Kamleiter geschlachtete Tiere. – Foto: AELF DS

Der Name, der sich so hartnäckig hält, kommt aus der Geschichte: Ab 1850 wurden in Bayern so genannte Winterschulen gegründet, in denen den in etwa 15-jährigen Söhnen kleinerer und mittlerer Bauern zwischen November und März landwirtschaftliches Fachwissen vermittelt wurde – im Winter, weil im Sommer auf den Höfen so viel zu tun war, dass auf keine Arbeitskraft verzichtet werden konnte. Außerdem wurde all das vertieft, was die Burschen in der Volksschule gelernt hatten. Zulassungsvoraussetzung für die Winterschule war deren erfolgreicher Abschluss und praktische Arbeit auf einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Mit der Zeit stellte der Beruf des Landwirts zunehmend höhere Anforderungen an eine umfangreiche Ausbildung, so dass ab 1950 viele Winterschulen zu Berufsschulen oder Fachschulen umgewandelt wurden. Im heutigen Landkreis Straubing-Bogen wurde im Jahre 1904 eine Winterschule gegründet. Heute ist sie in der Straubinger Kolbstraße beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Deggendorf-Straubing ansässig. Junge Frauen und Männer schließen sie als „Staatlich geprüfter Wirtschafter/ Staatlich geprüfte Wirtschafterin für Landbau“ ab.

Die Studierenden der Landwirtschaftsschule können zusammen mit der Abschlussprüfung der Landwirtschaftsschule Teile der Meisterprüfung ablegen. Die weiteren Teile der Meisterprüfung werden im Anschluss an die Landwirtschaftsschule abgelegt. Hierzu werden spezifische Module zur Meistervorbereitung auf Regierungsbezirksebene angeboten.

Die Anmeldung fürs kommende Wintersemester ist bereits möglich. Infos unter https://www.aelf-ds.bayern.de/index.php , poststelle@aelf-ds.bayern.de oder Telefon 09421/8006-0.