(ra) Großer Auftritt für das Handwerk: In der Joseph-von-Fraunhofer-Halle in Straubing sind 960 neue Meisterinnen und Meister der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz feierlich ausgezeichnet worden. Unter dem Motto „Unsere Meister im Rampenlicht!“ standen sie am Freitagnachmittag im Mittelpunkt – begleitet von Applaus, prominenten Gratulanten und klaren Botschaften zur Zukunft des Handwerks. Mit dem Meistertitel, so der Tenor, öffnen sich neue berufliche Perspektiven.

HWK-Vizepräsident Hans Kastl würdigte in seiner Laudatio die Bedeutung des Abschlusses: „Der Meistertitel ist ihre Eintrittskarte in eine glänzende berufliche Zukunft“. Zugleich betonte er die Vielseitigkeit des Berufsbildes: „Sie sind in ihrem jeweiligen Gewerk nicht nur fachlich top, sondern sie müssen in der Meisterausbildung und im Berufsalltag noch viel mehr beherrschen. Unsere Meister müssen kalkulieren und planen, Mitarbeiter führen und Nachwuchskräfte ausbilden können, schnelle und unternehmerische Entscheidungen treffen, kurzum: Fach- und Führungskraft, Ausbilder, Unternehmer und Manager in Personalunion sein.“
Selbstbewusst in Zeiten des Wandels
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen rief Kastl die Jungmeister zu Zuversicht auf. Gerade mit Blick auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sieht er das Handwerk gut aufgestellt: „Sie werden mit ihrem Wissen, ihrem handwerklichen Geschick und ihrer Innovationskraft die Gewinner der KI-Revolution sein. Sie brauchen die radikalen Umbrüche, die uns dank Digitalisierung und KI erwarten, nicht fürchten. Im Gegenteil: Sie können weder von KI ersetzt noch wegautomatisiert werden.“
Ursprünglich war Bayerns Ministerpräsident Markus Södern für die Veranstaltung angekündigt. Doch dieser kam nicht nach Straubing. Stattdessen gratulierten an diesem Tag den neuen Meistern Bayerns nur Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger Staatsminister Christian Bernreiter. Aiwanger unterstrich die Bedeutung des Handwerks: „Handwerk ist Hightech und hat Zukunft. Mit ihren Meisterbriefen stehen den Handwerkern aus Niederbayern und der Oberpfalz alle Türen offen.“ Die Absolventen seien „die Arbeitgeber von morgen“ und ein wichtiger Faktor für die Wirtschaftskraft. Bernreiter ergänzte: „Das Handwerk ist das Rückgrat unserer bayerischen Wirtschaft. Ohne das Handwerk gäbe es keinen starken und leistungsfähigen Mittelstand. […] Der Meistertitel gibt jetzt zusätzlichen Rückenwind für die Zukunft.“
Handwerk als bewusste Lebensentscheidung
Vier Meisterinnen und Meister gaben auf der Bühne persönliche Einblicke in ihre Laufbahn. Konditormeisterin Lisa Maria Frey sagte: „Konditorin zu sein bedeutet für mich Freiheit, sich kreativ ausleben zu können und vor allem, erfüllt zu sein.“ Malermeisterin Lena Zehentmaier betonte: „Ich schätze es, dass man mit den eigenen Händen etwas erschaffen kann und am Ende des Tages ein sichtbares Ergebnis seiner Arbeit hat.“

Auch Metallbauermeister Lukas Glonnegger blickt ehrgeizig nach vorne: „Der Meistertitel ist für mich ein weiterer Schritt, um besser in meinem Handwerk zu werden.“ Rollladen- und Sonnenschutztechnikermeister Lucas Denk hob die Zukunftsperspektive hervor: „Der Meistertitel ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern er ist auch mein Versprechen, unseren Betrieb mit höchster Qualität und frischen Ideen erfolgreich in die nächste Generation zu führen.“
Meisterpreis für die Besten
171 Absolventinnen und Absolventen erhielten zusätzlich den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung – als Auszeichnung für die besten 20 Prozent. Die Ehrung erfolgte ebenfalls im Rahmen der Veranstaltung auf der Hauptbühne.
Insgesamt wurden 960 Meister*innen aus 28 Gewerken geehrt, darunter 141 Frauen und 819 Männer. Besonders gefragt war das Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk, gefolgt von Elektrotechnik sowie dem Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk. Bei den Frauen lag das Friseur-Handwerk vorn.
Nach der offiziellen Ehrung wurde gefeiert: Die Band „Keep Cool“ sorgte bis in die Nacht für Stimmung und rundete den Abend ab – als Abschluss eines bedeutenden Meilensteins für den handwerklichen Nachwuchs.
