(ra) Große Oper, große Fragen, großer Abschied: Mit Richard Wagners „Parsifal“ verabschiedet sich das Leitungsteam des Landestheaters Niederbayern nach fast 25 Jahren – und bringt ein monumentales Werk auf die Bühne.
Warum sind wir als Gesellschaft nie zufrieden? Warum fällt es so schwer, innezuhalten und im Moment zu leben? Und weshalb legitimieren sich Gemeinschaften durch Regeln und Rituale? Diese grundlegenden Fragen stehen für Regisseur Stefan Tilch im Zentrum von „Parsifal“. Das ewige Sehnen spiegelt sich dabei in Wagners Musik, die mit ihren mystisch-sakralen Klangwelten eine besondere Sogwirkung entfaltet.

Mit „Parsifal“, dem letzten großen Bühnenwerk Richard Wagners, verabschieden sich Intendant Stefan Tilch und Generalmusikdirektor Basil H.E. Coleman nach fast 25 Jahren vom niederbayerischen Publikum. Die Premiere findet am Dienstag, 14. April um 18 Uhr im Theater Am Hagen statt. Bereits ab 17.15 Uhr gibt es eine Kurzeinführung im Foyer.
Inhaltlich steht eine keusch lebende Ritterschaft unter König Amfortas im Mittelpunkt, die den heiligen Speer und den Gral hütet. Der Zauberer Klingsor hat den Speer bereits an sich gebracht und Amfortas mit ihm eine nicht heilende Wunde zugefügt. Jede Enthüllung des Grals, die eigentlich Kraft und Jugend spenden soll, verlängert seither das Leiden des Königs. Als ein junger Mann ohne Herkunft im Gralsbezirk erscheint, erkennt Gurnemanz in ihm den ersehnten Erlöser. Doch Parsifal gerät in die Fänge Kundrys, die ihn im Zaubergarten Klingsors zu verführen versucht.
Die Inszenierung zeigt die Handlung in einem Spannungsfeld zwischen Kirchengewölbe und Lotusblumenwald. Bühne (Thomas Dörfler) und Kostüme (Ursula Beutler) verbinden dabei symbolisch verschiedene Religionen und philosophische Ansätze.
Die Titelpartie übernimmt Hans-Georg Wimmer, der bereits als Tristan und Siegmund überzeugte. Als Kundry ist die deutsch-tunesische Mezzosopranistin Yamina Maamar zu erleben, die zuletzt als Brünnhilde gefeiert wurde. Stephan Bootz kehrt als Gurnemanz zurück, während Kyung Chun Kim den Klingsor und Peter Tilch den Amfortas verkörpert. Die erweiterte Niederbayerische Philharmonie spielt unter der Leitung von Basil H.E. Coleman.
Karten sind bei der Tourist-Info (09421 / 944 691 99, Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag von 10 bis 13 Uhr), online unter www.theater-am-hagen.de sowie an der Abendkasse (09421 / 944 661 55) ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn erhältlich. Eine Reservierung ist jeweils erst eine Woche vor dem Termin möglich. Der Straubing-Pass wird akzeptiert.
