ZAW-SR: Gebührenerhörung kam zu richtigen Zeitpunkt
(jh) Dass beim Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land (ZAW-SR) schon seit Jahrzehnten nur Recyclingpapier zu Einsatz kommt, dann kann der normale Bürger von diesem Verband erwarten. Er erwartet aber auch, dass sein Abfall – angefangen unter anderem von Kunststoff und Glas über Leichtmetall, Schrott und Grüngut bis hin zum restlichen Müll ökologisch effektiv und finanziell lukrativ, vor allem aber sparsam entsorgt wird. Gelingt dies dem ZAW-SR? Am Dienstagnachtmittag trafen sich die Mitglieder des Zweckverbands zur ersten Versammlung des Jahres.

In weniger als einer halben Stunde war der öffentliche Teil der Verbandsversammlung in den Räumlichkeiten des ZAW-SR abgewickelt. Es gab kaum etwas Neues. Der stellvertretende Geschäftsführer Tobias Jakob berichtete darüber, dass das Geschäftsjahr 2023 mit einem Plus von 1,6 Millionen Euro beendet werden konnte, obwohl die Erlöse durch den Verkauf von Papier- und Schrottabfällen deutlich zurückgegangen seien. 2022 seien die Erlöse sogar doppelt so hoch gewesen wie im Vorjahr.
Die erhöhten Kosten für den „Personalaufwand“ hätten sich laut Jakob aufgrund der jüngsten Tarifverhandlungen bereits für 2023 ausgewirkt und würden in diesem Jahr komplett zum Tragen kommen. Insgesamt sei die Gebührenerhöhung im vergangenen Jahr nach vielen Jahren gleichbleibenden Gebühren notwendig gewesen. „Ohne Gebührenerhöhung hätten wir 2023 einen Fehlbetrag von 700.000 Euro verzeichnen müssen“, so Tobias Jakob. Nach 27 Jahren wurden zum Januar 2023 erstmals wieder die Gebühren erhöht. Dennoch würden die Bürger*innen in der Stadt Straubing und im Landkreis Straubing-Bogen im Vergleich zu anderen umliegenden Landkreisen niedrige Gebühren bezahlen.
„Die Gebührenerhöhung kam zum richtigen Zeitpunkt“, bekräftigte auch Geschäftsführer Gangolf Wasmeier. Gedanken macht er sich aber bezüglich der CO2-Bepreisung. Diese schlagen sich beim Konto des ZAW-SR mit rund 550.000 Euro zu Buche. Er machte aber den Verbandsmitglieder eine kleine Hoffnung: Sollte das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) vor Gericht nicht standhalten, habe der ZAW-SR vorsorglich eine Rückforderung an den Zweckverband Müllverwertung Schwandorf eingereicht, die diese Bepreisung in Straubing angefordert hatte. „Das BEHG bring ökologisch nichts“, begründete Wasmeier den gerichtlichen Gang gegen das Gesetz.
Tobias Jakob berichtete darüber, dass sich der ZAW-SR an der Straubinger Ökoprofit-Zertifizierung beteilige. „Diese Zertifizierung ist ein betriebliches Umweltmanagementtrainingsprogramm, welches die Zielsetzung der Entlastung von Umwelt und Klima verfolgt, bei gleicher Kosteneinsparung“, so der stellvertretende Geschäftsführer. Der ZAW-SR wirke so wie weitere sechs Straubinger Unternehmen an gemeinsamen Workshops zu umweltrechtlichen Anforderungen, Energieeffizienzmaßnahmen sowie Umwelt- und Klimamanagement mit. Konkrete Angaben machte er aber nicht.