So einfach geht das Dämmen – Mit PU-Schaum oder Styroporplatten?
(ra). Nie war Wärmedämmung wichtiger im Hausbau oder in der Renovierung als heute; in einer Zeit, in der das Energiesparen als Disziplin des Umweltschutzes verstanden wird. Jeder kann daran mitwirken. Ob an der Fassade oder unter dem Boden, PU Schaum und Styroporplatten sind ganz vorne im Einsatz dabei. Ihre Verlegung braucht auch nicht viele Vorkenntnisse.

Für Zwischenräume oder in der Fläche?
Während sowohl PU Schaum als auch Styroporplatten für Dämmzwecke eingesetzt werden, decken sie doch unterschiedliche Einsatzgebiete ab. Der Hauptunterschied ist, dass PU Schaum in Dosen erhältlich ist und erst mit dem Aussprühen zu einer Schaummasse wird, die an der Luft aushärtet. Dabei gibt es noch Unterschiede in den Produkten, ob die Aushärtung wirklich in einer harten Masse endet, oder, wie etwa der FM330 Schaum von Illbruck, eine gewisse Restflexibilität in der Masse erwünscht ist. Sie macht dadurch Spannungen im Bauwerk leichter mit, wie sie etwa mit Materialdehnungen unter verschiedenen Temperaturextremen auftreten können.
Was dadurch vermieden wird, sind Risse im Material, die die Wärmedämmung teilweise wieder infrage stellen, wo sie auftreten. Der flexible Schaum wird dazu für dampfsperriger gehalten als reguläre Pistolenschäume. Die Dampfsperrung ist eine zweite Disziplin neben der Wärmedämmung, in der diese Dichtmaterialien glänzen. Der Schaum mehr noch als EPS, oder „expandierter Polystyrol“ – der anderen Bezeichnung für Styropor (ein ursprünglich geschützter Name des Herstellers).
Einfach zu verarbeiten – sogar als Klebstoff
PU Schaum wird besonders gern benutzt, um Hohlräume und Spalten auszuschäumen. Durch das Triebmittel in der Dose und den halbflüssigen Zustand kommt der Polyurethan bei geschickter Einbringung in Zonen, die anderswie nicht mehr erreichbar sind. Der Schaum schließt nicht nur und dämmt diese Räume, sondern kann auch andere Bauteile fixieren oder ankleben, weshalb man etwa Türzargen damit zu setzen pflegt, mit dem Schaum zwischen den Zargen und der Mauer. Deshalb wird PU Schaum dann als Montageschaum bezeichnet. Als reiner Montageschaum wäre jedoch eine harte Materialkonsistenz zu wählen. Es wäre aber Verschwendung, das Schaummaterial aus der Dose für die Fläche zu verwenden. Hier kommen die Styroporplatten neben anderem Plattenmaterial zur Verwendung. Sie sind ab Werk in handlichen Formaten geschnitten, die vor Ort auch weiter mit einfachem Werkzeug wie Teppichmessern zugeschnitten werden können. Zu beachten wäre die Dicke des Materials, so sind 60 – 100 mm Materialstärken im Gebrauch. Es ist klar, dass die Dämmleistung höher wird, je dicker die Platten sind.

Genormte Größen
Für die Plattenlänge und Breite sind Werte gebräuchlich, die das Verlegen für einen Mann möglich machen, mit einer maximalen Ausdehnung von zwei Metern für eine Platte. Für die Anbringung an einer Fassade sind jedoch andere Werkstoffe vonnöten. Damit die Styroporplatten an einer vertikalen Wand bleiben, werden sie entweder aufgeklebt oder gedübelt. Für die Verklebung sind spezielle Styroporkleber in Verwendung. Dazu kennt man Sockelprofile und Dichtbänder für die Überdeckung der Fugen zwischen den Platten.
Diese sind selbst nicht UV-beständig. Sie müssen selbst wieder überbaut werden, um vor UV-Licht geschützt zu werden. Es würde sie sonst vergilben und aufgrund von Sprödigkeit Risse bilden lassen. Ihre ausgezeichnete Wärmedämmung, auch als geringe Wärmleitfähigkeit angesprochen, verdankt das Styropor dem Aufbau aus unzähligen gasgefüllten Kunststoffbläschen, die wie Isolatoren wirken. Gasbläschen finden sich auch beim Ausschäumen mit PU Schaum in der aushärtenden Masse ein, das Wirkungsprinzip ist also fast gleich. EPS Dämmung gilt als schwer entflammbar, seitdem (2015) die Industrie das Brandschutzmittel ersetzt hat durch Polymer-FR, ist es auch umweltverträglicher.
Fazit
Beide Baustoffe Schaum und Styroporplatten sind sehr vielseitig, jedes in seinem Anwendungsgebiet. Die Platten lassen sich ja nicht nur an Wänden (vorzugsweise Außenwänden; im Innenraum könnte die Absperrung zu Schimmel führen) ankleben, sondern auch horizontal unter Estrichen oder für die Perimeterdämmung einsetzen. Also unter dem Bodenfundament oder gegen die Seiten der Kellerausschachtung. Unter dem Dach zwischen den Sparren verwendet man dagegen flexibleres Material, da die Styroporplatte nicht mit dem Holz arbeitet, das das Dachgebälk bildet. Die Ausbringung geflammt eingeklebter Bitumenbahnen verträgt sich ebenfalls nicht mit einer Styroporplattendämmung unter dem Flachdach, sie würde wegschmelzen.