Region Landshut

Premiere im kleinen theater: TORQUATO TASSO

(ra) Italien. Sommer und das Lustschloss Belriguardo. Hinzu kommt der Dichter Torquato Tasso am Hof des Fürsten von Ferrara. Und schon hatte Johann Wolfgang von Goethe die Geschichte für ein neues Schauspiel. Aufgeführt wird es jetzt im kleinen Theater in Landshut. Premiere ist am 16. Februar um 20 Uhr.

„Torquato Tasso“ ist ein Schauspiel in fünf Aufzügen, das den italienischen Dichter Torquato Tasso (1544–1595) in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Das Stück, das sich streng an die klassische Regel von den drei Einheiten des Orts, der Zeit und der Handlung hält, entstand zwischen dem 30. März 1780 und dem 31. Juli 1789. Im Februar 1790 lag das Werk im Druck vor, wurde aber erst am 16. Februar 1807 in Weimar uraufgeführt.

Der Dichter Torquato Tasso (1544–1595)
Der Dichter Torquato Tasso (1544–1595)

Der Dichter Torquato Tasso, am Hof des Fürsten von Ferrara, wird gerade für die Fertigstellung seines Manuskripts „Das befreite Jerusalem“ gefeiert, hadert aber mit seiner Rolle als Unterhaltungskünstler im realen Getriebe der Welt. Als Antonio, Vertrauter und Sekretär des Fürsten, Politiker und Weltmann, zu Besuch ist, kommt es zum Kräftemessen.

Macht und Poesie, Freiheit und Norm geraten in einen unlösbaren Gegensatz. Es kommt zum Eklat und Tasso wird unter Arrest gestellt. Seiner Freiheit beraubt fühlt er sich betrogen, verraten und gerät in eine tiefe Krise. Die Verbundenheit zur Prinzessin Leonore beschleunigt seine rasenden Gefühle und er gerät mehr und mehr an seine Grenzen.

Was ist Fantasie? Wo hört die Vernunft auf und beginnt der Wahn? Es entspinnt sich ein feinsinniges Psychogramm voller emotionaler Tiefe, das mit rhetorischer Schärfe auf die Bühne kommt. Goethes Künstlerdrama ist vielleicht sein persönlichstes Stück, ein gesteigerter Werther. „Das Drama Tasso ist Bein von meinem Bein, Fleisch von meinem Fleisch“. Es erzählt in meisterhafter Versform von übergroßem Talent und der Nichtigkeit der Existenz, der übergroßen Sehnsucht nach Liebe und Verständnis.

Die Wahrheit ist: ohne letztes Verständnis keine Liebe.

Ein wundersames Seelendrama entspinnt sich zwischen Fantasie und Wirklichkeit. Ein Stück voller Lebenstiefe und der Kunst zu sein. Existentiell und poetisch. Die Regie für die Inszenierung am kleinen Theater hat Sven Grunert. Auf der Bühne stehen Julius Bornmann, Sebastian Gerasch, Katharina von Harsdorf, Andreas Sigrist und Louisa Stroux.

Nach der Premiere am 16. Februar stehen noch weitere Aufführungen an:
23. Februar um 20 Uhr
2. März 20 Uhr
11. März 19 Uhr
25. März 19 Uhr