ÖPNV-Gemeinschaftstarif von Stadt und Land auf einem guten Weg
(ra) Bereits zum vierten Mal kam am Dienstag die Verbundkommission zur Erarbeitung eines Gemeinschaftstarifs für den Öffentlichen Personennahverkehr in Landkreis und Stadt Landshut zusammen. Dabei wurde deutlich, wie weit das Gremium aus Vertretern der beteiligten Verkehrsunternehmen und der Stadt- und Landkreisverwaltung unter der Führung von Landrat Peter Dreier und Oberbürgermeister Hans Rampf bereits gekommen ist.
Die Vorarbeiten zur Entwicklung eines einheitlichen Tarifsystems sind weitgehend abgeschlossen. Nun sollen zunächst die zuständigen politischen Gremien in Stadt und Landkreis über den Sachstand informiert werden, bevor es dann in die Umsetzungsphase geht.

Landrat Peter Dreier bedankte sich eingangs bei den örtlichen Busunternehmern, der Regionalbus Ostbayern und den Stadtwerken Landshut für die hervorragende Zusammenarbeit bei der Entwicklung der einheitlichen Tarifstruktur. Damit sei es gelungen, im Busverkehr aus dem momentanen Kilometertarif im Landkreis und dem Einheitstarif beim Stadtbus einen Flächenzonentarif mit Tarifstufen für die gesamte Region aufzustellen. Im ersten Schritt soll dieser einheitliche Tarif im Busverkehr umgesetzt werden, damit Fahrgäste in der Region Landshut nur noch ein Ticket lösen müssen, wenn sie vom Landkreis in die Stadt und umgekehrt fahren.
Wie Erik Meder vom beauftragten Ingenieurbüro Gevas der Verbundkommission darlegte, sind für die Einbeziehung der Bahn in den einheitlichen Tarif noch umfangreiche Vorarbeiten nötig. Zwar stehen auch die Eisenbahngesellschaften einer Beteiligung am Gemeinschaftstarif offen gegenüber, allerdings sind dazu noch kontinuierliche Fahrgasterhebungen nötig, die einer Vorbereitungszeit bedürfen und dann über ein ganzes Jahr durchgeführt werden. Zudem ändern sich für die Bahn durch die Einführung des überregionalen Flughafenexpresses zwischen Regensburg und dem Flughafen im Erdinger Moos die Rahmenbedingungen durch ein verändertes Fahrtenangebot, weshalb in den nächsten Jahren keine aussagekräftigen Zahlen vorliegen. Auch Oberbürgermeister Hans Rampf hielt am Ziel fest, die Bahn in den Gemeinschaftstarif einzubeziehen. Um Verzögerungen zu vermeiden, solle aber im ersten Schritt der Tarif für die Busunternehmen auf die Beine gestellt werden. Dieser Vorgehensweise schloss sich die Verbundkommission an.
Parallel zu den Arbeiten am eigenen Gemeinschaftstarif für die Region Landshut findet bereits jetzt eine Abstimmung mit der Europäischen Metropolregion München (EMM) statt, in der ein einheitlicher Dachtarif eingeführt werden soll. Anders als beispielsweise in Augsburg, Ingolstadt und München gibt es in Stadt und Landkreis Landshut noch keinen Verkehrsverbund, weshalb es laut Erik Meder sinnvoll ist, sich bereits jetzt mit den Verantwortlichen der EMM auszutauschen. Damit später das Zusammenspiel des künftigen Landshuter Verkehrsverbunds mit dem EMM-Dachtarif möglichst reibungslos klappt, regte die Verbundkommission ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der EMM an.
Landrat Dreier freute sich darüber, dass nun schon sehr konkrete und verfeinerte Vorschläge für den Gemeinschaftstarif auf den Tisch lägen, auf deren Basis weitergearbeitet werden könne. Zunächst wolle man dazu aber die zuständigen politischen Gremien in Landkreis und Stadt informieren und sich die Rückendeckung für die weitere Arbeit holen. Demnächst sollen sich daher der Wirtschaftsausschuss des Landkreises sowie der Wirtschafts- und Finanzausschuss mit dem Werkssenat der Stadt mit dem Thema beschäftigen. Auch in der darauffolgenden Umsetzungsphase kommt auf die Verbundkommission noch viel Arbeit zu. Dann stehen die konkrete Ausgestaltung der Organisationsform, die Vertragsgestaltung, das Finanzierungskonzept und die technische Umsetzung des Gemeinschaftstarifs im Mittelpunkt. „Dank der sehr guten Vorarbeit aller Beteiligten sind wir auf einem guten Weg, den wir nun konsequent weitergehen“, waren sich Oberbürgermeister Rampf und Landrat Dreier abschließend einig.