ÖDP/PU-Kreistagsfraktion berichtet über wertvolle Arbeit für Artenvielfalt und natürliche Lebensräume
(ra) Als „Einrichtung von hohem Wert mit Engagement und Leidenschaft für die heimatliche Natur“ bezeichnete der Fraktionsvorsitzende der ÖDP/PU, Bernhard Suttner bei der Fraktionssitzung am Montag im Hotel Murrer in Aiterhofen den Landschaftspflegeverband (LPV). Er erinnerte sich an sein erstes Jahr im Kreistag:
„Damals 1990 gab es bayernweit nur wenige solche Einrichtungen; die Forderung nach Gründung eines Landschaftspflegeverbandes im Landkreis Straubing-Bogen stand in unserem ersten Kreistagswahlprogramm und wir waren als neu in den Kreistag gewählte Öko-Gruppe sehr froh, diese Forderung schon bald verwirklicht zu sehen.“ Heute sei der damals umstrittene Verband nicht mehr wegzudenken: Als Partner von Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutz werde Tag für Tag gute Arbeit geleistet.

Die ÖDP/PU-Kreistagsfraktion hatte die Geschäftsführerin des LPV, Julia Hagner eingeladen. In einer beeindruckenden Präsentation stellte sie die Projekte und Leistungen des Landschaftspflegeverbandes vor. Dabei nannte sie als Kernarbeitsfeld die Pflege und den Erhalt von wertvollen Lebensräumen: „Die Kulturlandschaft ist in langen Jahrhunderten im Einklang mit landwirtschaftlicher Tätigkeit entstanden und bedarf heute regelmäßiger Pflegemaßnahmen, um ihren speziellen Charakter erhalten zu können“ führte die Referentin aus. So müsse z.B. die eiszeitliche Sanddüne in der Nähe des Hafengebietes regemäßig entbuscht werden. Auch wertvolle Standorte heimischer Orchideen, Feuchtwiesen und Trockenstandorte würden ihren Charakter verlieren, wenn spezielle Pflegemaßnahmen nicht getätigt würden. Bewährt habe sich die Zusammenarbeit mit Landwirten und dem Maschinenring: „Gerade für Nebenerwerbslandwirte bringen Aufträge des LPV oft ein interessantes Zusatzeinkommen.“ Insgesamt würden im Landkreis an die 140 ha auf diese Weise gepflegt und als wichtige Lebensräume erhalten.
Ein besonders erfolgreiches Projekt sei die Entwicklung der für den Bayerischen Wald so typischen Streuobstwiesen. „Alte Obstbaumanlagen sind sehr artenreich, bieten Vögeln, Bienen und anderen Insekten hervorragende Lebensräume und stellen einen wichtigen Bestandteil der typischen Kulturlandschaft unserer Heimat dar“ sagte Hagner. Deshalb würden vom LPV nicht nur alte Bestände erhalten und gepflegt, sondern auch neue Streuobstwiesen gepflanzt. Durch die Entwicklung der Marke „Vorwald – ganz nah am Ursprung!“ durch das Netzwerk Streuobst Bayerischer Vorwald sei es auch gelungen, aus den alten Streuobstgärten attraktive Produkte wie Apfelsaft, Schaumwein und Honig zu gewinnen. Hier stünden Ökologie und Ökonomie nicht im Gegensatz sondern passten gut zusammen.
In enger Zusammenarbeit mit Landwirten werden in einem weiteren Projekt Brachen als sog. „produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen“ angelegt: Bei diesen Ausgleichsmaßnahmen geht es z.B. darum, Lebensräume, die anderwärts überbaut werden, für den optimalen Nutzen betroffener Tiere und Pflanzen zu ersetzen. Für die kommenden Jahre will sich der LPV in einem neuen Projekt um Blühwiesen für den Schutz der dramatisch bedrohten Insektenwelt bemühen.