Region Straubing

Müssen, wenn man will – Kontinenzzentrum informiert Patienten

(ra) Blasenschwäche und Stuhlinkontinenz sind eine Volkskrankheit. Betroffenen ist es oft unangenehm, darüber zu reden. Sie glauben, dass es sich um eine Alterserscheinung handelt, mit der man sich abfinden muss. „Bitte sprechen Sie über Ihre Beschwerden. Inkontinenz ist in den meisten Fällen linderbar und oft sogar heilbar“, sagt Oberärztin Dr. Julia Peter, Koordinatorin des neuen Kontinenz- und Beckenbodenzentrums am Klinikum St. Elisabeth.

Bei einer Patientenveranstaltung am Montag, 19. Juni, von 18 bis 20 Uhr im Klinikum stellen Experten Lösungen bei Blasen- und Stuhlschwäche sowie Senkungsbeschwerden vor.

Die Deutsche Kontinenz-Gesellschaft hat nach eingehender Prüfung das neue Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Klinikum St. Elisabeth zertifiziert. Die Patienten werden von einem Spezialistenteam aus den drei Kernbereichen Urologie, Gynäkologie und Chirurgie auf hohem Niveau versorgt. Die ganzheitliche und fachübergreifende Behandlung im Bereich des Beckenbodens umfasst sowohl nicht-operative Maßnahmen wie Physiotherapie als auch operative Eingriffe durch speziell ausgebildete Ärzte.

Mit der Patientenveranstaltung beteiligt sich das Straubinger Kontinenzzentrum an der „World Continence Week“ der Deutschen Kontinenz-Gesellschaft. Ziel ist es, das Thema Inkontinenz aus der Tabuzone zu holen und über moderne Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären. Damit sich Betroffene einem Arzt anvertrauen und über das Problem sprechen.

Am 19. Juni sind drei Vorträge rund um Inkontinenz von Mann und Frau sowie Senkungserkrankungen geplant. Besucher haben Gelegenheit, Ärzte kennenzulernen, Fragen zu stellen und Hilfe zu finden. Dies ist auch außerhalb des Patiententags möglich. Ansprechpartner ist das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Klinikum St. Elisabeth mit der Telefonnummer 09421/710-6717. Patienten werden dann der richtigen Fachabteilung zugewiesen. Sprechstunden-Termine können vereinbart werden.

Harn- und Stuhlinkontinenz können viele Ursachen haben. Aufgrund der Komplexität des Themas führen Diagnose und Behandlung zu den besten Ergebnissen für die Patienten, wenn die beteiligten Ärzte fachübergreifend zusammenarbeiten. Dr. Julia Peters Tipp zur Vorbeugung lautet: Beckenboden-Training. Patienten werden von Physiotherapeuten oder in Vhs-Kursen professionell angeleitet. Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

Foto: Klinikum St. Elisabeth/Fotolia