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Herzdruckmassage: Aktionstage im Klinikum St. Elisabeth

(ra) Was hat der Radetzky-Marsch mit Lebensrettung zu tun? Sehr viel. Der Rhythmus des berühmten Musikstücks hat genau das richtige Tempo für eine Herzdruckmassage. So bekannt wie die Melodie, so einfach ist die Wiederbelebung. Doch in Notfällen sind helfende Bürger immer noch die Ausnahme.

Das soll jetzt anders werden. Von Mittwoch, 20., bis Freitag 22. September, jeweils zwischen 10 und 13 Uhr können Besucher im Foyer des Klinikums St. Elisabeth die Wiederbelebung üben. Wie das geht, zeigen Mitarbeiter des Notfallmedizinischen Ausbildungs- und Trainingszentrums am Klinikum.

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„Wir wollen das Selbstvertrauen der Bürger in ihre eigenen Fähigkeiten als Ersthelfer stärken,“ sagt Dr. Florian Blankenburg, ärztlicher Co-Leiter des Trainingszentrums. Durch den Abbau von  Berührungsängsten soll die Bereitschaft zur Ersten Hilfe gesteigert werden.

Die Aktion soll Wissenslücken schließen und verstaubte Kenntnisse über Erste Hilfe aus alten Führerschein-Zeiten auffrischen. „Prüfen, rufen, drücken“, heißen die drei Schritte bei einem Herzstillstand. Erst werden Reaktion und Atmung gecheckt, erfolgt keine Reaktion ist der Notruf 112 zu wählen und dann wird mit der Herzdruckmassage begonnen. „Man kann nichts falsch machen“, betont Dr. Blankenburg. Aber viel bewirken. „Die Herzdruckmassage verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschance.“

An Demonstrationspuppen können Besucher im Klinikum während der Aktionswoche die Herzdruckmassage üben. Dabei sollte fest und mindestens 100 Mal pro Minute mit der flachen Hand in der Mitte des Brustkorbs gedrückt werden. Den richtigen Rhythmus der Herzdruckmassage können bekannte Lieder wie der Radetzky-Marsch, „Yellow submarine“ von den Beatles oder „Another one bites the dust“ von Queen angeben. Gedrückt wird im Ernstfall solange, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Das Training findet im Rahmen der bundesweiten Aktion „Ein Leben retten“ statt. Es handelt sich dabei um eine Initiative der anästhesiologischen Bundesverbände. Die Schirmherrschaft hat das Bundesgesundheitsministerium übernommen.