Grünes Kino in Parkstetten: „Suffragette – Taten, nicht Worte“
(ra) Nunmehr zum 22. Mal lädt Gemeinderat und Initiator Jörg Bachinger zum Grünen-Kino nach Parkstetten ins Rathauseck in die Schulstraße 3 ein. Gezeigt wird am Dienstag, 27. November – anlässlich des Jahrestages des Frauenwahlrechtes in Deutschland – um 19.30 Uhr der Film „Suffragette – Taten, nicht Worte“ von Sarah Gavron aus dem Jahre 2015. Der Eintritt ist frei.

Als sich die Rennpferde der Kurve näherten, duckte sich die 41-jährige Emily Davison unter der Absperrung durch und rannte auf die Strecke. Was genau wollte sie: eines der Pferde aufhalten? Einfach das Geläuf queren? Oder wirklich das „Ultimative“ – ihr Leben geben, um eine politische Botschaft an den Mann zu bringen? Im Augenblick vor dem Aufprall soll sie „Suffrage!“ geschrien haben – „Wahlrecht!“
Dann rannte der Hengst im vollen Lauf in sie hinein. Davisons Schädel brach, der Hengst überschlug sich, Jockey und Frau blieben reglos liegen. Davison starb vier Tage später, am 8. Juni 1913. Auf ihren Grabstein schrieb man „Taten, nicht Worte“.
Emily Davison ging als Märtyrerin in die Geschichte der britischen Suffragettenbewegung ein, die über Jahrzehnte für das Wahlrecht für Frauen gestritten hatte. Begonnen hatte alles als Bewegung engagierter, eher bürgerlich-wohlhabender Frauen im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Später war aus dem Engagement Einzelner eine Bewegung geworden, die ihr Recht zunehmend wütend einforderte.
Sogenannte Suffragetten gehörten von nun an zur politischen Landschaft, jedoch ohne viel zu erreichen. Das männliche Establishment amüsierte sich über die lautstarken Forderungen, allein in der Labour-Bewegung fanden die Frauen Rückhalt. Als es für Labour aber um Fragen der Macht ging, knickte die Partei ein. Das sollte Folgen haben.
Suffragetten waren nicht mehr zufrieden damit, mit Plakaten winkend freundlich zu demonstrieren. Sie ließen sich andere Dinge einfallen, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Sie ketteten sich an Zäunen und Gebäuden fest, organisierten Blockaden und unangemeldete Demonstrationen. Sie provozierten, um verhaftet zu werden, und schlachteten das dann öffentlichkeitswirksam aus.
Mit zunehmender Gewalt versuchten die Behörden nun, die Bewegung einzudämmen: Am 18. November 1910, dem „Black Friday“, knüppelte die Londoner Polizei eine Frauendemonstration mit Schlagstöcken nieder, es gab Verletzte. Immer öfter wurden Frauen außerdem von der Polizei verhaftet.
Es ist schwer zu sagen, wohin diese scheinbar unaufhaltsame Eskalation noch geführt hätte. Doch im August 1914 erklärte England dem Deutschen Reich den Krieg. Jetzt drohten andere Bomben. Es war das abrupte Ende der militanten Suffragettenbewegung, der Konflikt ums Frauenwahlrecht wurde überdeckt vom Wahnsinn des Weltkriegs.
Der markierte in den meisten involvierten Ländern eine Zäsur, die die alte Ordnung in Frage stellte. Den Frauen in Großbritannien brachte das 1918 endlich das eingeschränkte Wahlrecht – ganz traditionell gebunden an Alter (über 30) und Besitz. Eine echte Gleichberechtigung im Wahlrecht erfolgte erst 1928.
Suffragette – Taten statt Worte ist ein britisches Drama der Regisseurin Sarah Gavron aus dem Jahr 2015. Der Film Suffragette thematisiert die Anfänge der Frauenbewegung in Großbritannien, die Geschichte mutiger Frauen, die um vieles kämpften, was heute selbstverständlich ist, wie das Wahlrecht. Im Vordergrund stehen Würde und Selbstbestimmung sowie gerechte Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen.