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Gesundes Trinkwasser für zu Hause

(ra). Es gibt gute Gründe, sich gegen gekauftes Wasser aus dem Supermarkt zu entscheiden. Man spart Kosten, muss keine Kisten schleppen und handelt nachhaltiger. Aber nicht jedem sagt das Wasser aus dem Wasserhahn zu. An manchen Orten hat es eine niedrigere Qualität als an anderen.

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Vor allem der Kalkgehalt wird oft kritisiert, da das Wasser so Geräte wie Kaffeemaschinen verstopft. Aber es können auch Stoffe in Leitungswasser vorkommen, die unserer Gesundheit schaden. Mit Filteranlagen können wir auch zu Hause für gesundes und sauberes Wasser sorgen. Was sollte man dabei beachten?

Muss man Wasser aus dem Wasserhahn filtern?

In Deutschland wird die Trinkwasserqualität von Wasser aus dem Hahn zu großen Teilen durch gesetzliche Vorschriften gewährleistet. Die Versorgungsbetriebe müssen sich an die Trinkwasserverordnung halten, die strenge Vorschriften darüber hat, welche Stoffe zu welcher Menge in unserem Wasser vorkommen dürfen.

Deshalb können wir das Kranwasser grundsätzlich ohne Probleme nutzen, um es zu trinken und unsere Körper zu pflegen.

Es gibt zwei Gründe, die dennoch für sauberes Wasser durch Umkehrosmoseanlagen oder andere Filter für Leitungswasser in unserem Privathaushalt sprechen:

  1. Auch wenn der Gehalt bestimmter Stoffe in dem Wasser nicht gesundheitsschädlich ist, können sie Dinge, wie den Geschmack oder die Langlebigkeit von Küchengeräten, negativ beeinflussen.
  2. Die Qualität des Trinkwassers kann nur bis zu dem Hausanschluss garantiert werden. Besteht zwischen dem Ende der öffentlichen Versorgungsleitungen und dem Wasserhahn ein Problem, das das Wasser kontaminiert, müssen wir selbst darauf achten.

Wann müssen wir filtern?

Um sicherzugehen, können wir durchgehend eine Filteranlage nutzen, um die Reinheit des Wassers zu garantieren. Das eignet sich besonders, wenn Menschen mit schwachem Immunsystem oder Kleinkinder in dem Haushalt leben. Wasser für die Zubereitung von Babynahrung kann zudem abgekocht werden, da es nicht steril ist.

Alternativ können wir die Qualität des Wassers gelegentlich testen, um herauszufinden, ob ein Problem besteht, das wir an die Versorgungsbetriebe melden oder beheben müssen.

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Welche Schadstoffe können in Leitungswasser vorkommen?

Kalk im Wasser kann sich im Geschmack zeigen, aber hat selten eine negative Auswirkung auf unsere Gesundheit. Anders sieht es bei Wasserkochern oder Kaffeemaschinen aus. Kalk im Wasser kann sich als Ablagerungen festsetzen und ihre Funktionalität einschränken. Auch, wenn sie das Gerät nicht kaputt machen, führen sie dazu, dass wir sie häufiger entkalken müssen.

Andere Stoffe, die gelegentlich im Leitungswasser vorkommen können, sind dafür tatsächlich gefährlich. Dazu gehören:

  • Metalle wie Blei und Kupfer
  • Keime, Viren und Bakterien
  • Chemikalien, Hormone und Rückstände von Medikamenten
  • Mikroplastik

Wasserfilter – Welche eignen sich?

Es gibt mehrere Wege, um Leistungswasser zu filtern. Die üblichen Filtermethoden können eingeteilt werden in Aktivkohlefilter, Ionenfilter oder Umkehrosmosefilter.

Die Filter können zudem direkt in die Wasserleitung eingebaut werden, oder als Tischfilter genutzt werden, die wir selbst mit Wasser aus dem Hahn befüllen müssen.

Aktivkohlefilter

Um Leitungswasser zu filtern, haben viele Menschen Tischfilter mit Kohlefilter-Granulat-Kartuschen. Alternativ gibt es auch Aktivkohle-Blockfilter, die fest installiert werden können. Das Wasser wird dabei durch die poröse Kohle geleitet, die größere Schadstoffpartikel festhält.

Da die Kohle allein keine kleineren Partikel, wie Kalk, filtert, verwenden die Filter in der Regel zusätzlich ein Granulat, dass dem Ionenaustausch dient. In Kombination filtern Kohle & Granulat:

  • Chlor
  • Blei & Kupfer
  • Kalk
  • Medikamente
  • Bakterien
  • Pestizide
  • geruchs- und geschmacksstörende Stoffe

Nachteil des Aktivkohlefilters ist, dass er das Wasser statt es zu reinigen zusätzlich verschmutzen kann, wenn wir den Filter nicht häufig wechseln. Da stehendes Wasser anfällig für Keime ist, müssen die Tischfilter häufig gereinigt und ausgetauscht werden, um hygienisch zu bleiben.

Zudem ist die Aufnahmemenge an Schadstoffen in der Kohle sehr gering. Sind die Filter gesättigt, filtern sie keine Stoffe mehr aus dem Wasser, sondern geben sie vermehrt an das Wasser ab.

Der Kohlefilter ist weniger effektiv darin Schadstoffe zu entfernen als eine Osmoseanlage. Insbesondere, wenn wir Tischfilter nutzen, haben wir außerdem längere Wartezeiten und mehr Aufwand, um gefiltertes Wasser zu erhalten. Bei einer fest installierten Anlage kommt das gefilterte Wasser dafür direkt aus dem Hahn.

Umkehrosmosefilter

Bei der Umkehrosmose werden Membranen genutzt, die durch Osmose Stoffe aus dem Wasser filtern. Dafür wird diese Filteranlage fest in den Wasserlauf eingebaut. Oft wird dieser Membran-Filter mit anderen Filtermethoden kombiniert, die das Wasser bereits aufbereiten, bevor es durch den Osmoseprozess geleitet wird.

Da die Membranen nur die Wassermoleküle durchlassen, ist das Ergebnis hier ein vollständig von Schadstoffen gesäubertes Wasser.

Dieser starke Filterprozess kann auch Nachteile haben. Zwar ist das Wasser garantiert rein, dafür werden aber auch hilfreiche Stoffe wie Mineralien aus dem Leitungswasser entfernt.

  • Gute Umkehrosmosefilter arbeiten diesem Prozess entgegen, indem sie das Wasser nach dem Filterprozess wieder mit wertvollen Inhaltsstoffen anreichern. So ist das Ergebnis ein vollständig reines und gesundes Trinkwasser aus dem Hahn.

Für diese gute Leistung sind die Umkehrosmosefilteranlagen aber auch etwas kostspieliger und verbrauchen mehr Wasser für den Filterprozess als das, was wir am Ende gefiltert nutzen können. 

Fazit

Wer auf gekauftes Wasser verzichten möchte, um Kosten und Aufwand zu sparen, kann Wasser aus der Hausleitung trinken. Dieses hat in Deutschland einen sehr hohen Standard und ist grundsätzlich auf seine Reinheit geprüft. Dennoch kann es vorkommen, dass Schadstoffe und störende Stoffe wie Kalk in dem Wasser vorkommen. Hausleitungen werden nicht mehr durch das Versorgungsamt kontrolliert und können zu Problemen führen.

Wer sichergehen möchte, dass das Wasser rein ist, braucht eine Filteranlage. Tischfilter werden wegen der geringen Kosten häufig genutzt. Wegen des stehenden Wassers und der mangelnden Filterleistung werden sie aber schnell zu Keimquellen.

Effektiver ist eine Umkehrosmoseanlage. Sie ist direkt in die Leitung eingebaut und filtert ausnahmslos alle Schadstoffe aus dem Wasser. Dafür ist sie in der Anschaffung teurer und verbraucht mehr Wasser als ein Aktivkohlefilter. Dank der hohen Filterleistung ist das Wasser aus ihnen dafür garantiert rein und wird häufig zusätzlich mit wertvollen Mineralien angereichert.