Straubing

Frührentnerin, geschieden, gepflegt und gebildet bietet „Wohnen gegen Unterstützung“

(ra) „Um meine Situation positiv zu formulieren: Besondere Zeiten erfordern eben auch besondere Maßnahmen.“ Das sagt Elke Klasen und meint damit ein doch eher ungewöhnliches Angebot. Die 53-jährige Frührentnerin – geschieden, gepflegt und gebildet – bietet „Wohnen gegen Unterstützung“ an. Mit dieser Offerte trat sie an die Beratungsstelle Senioren der Stadt Straubing heran, die am Mittwoch damit an die Öffentlichkeit ging.

Rita Hilmer von der Beratungsstelle erklärte dazu: „Frau Klasen wendet sich damit an Personen, die weiterhin zu Hause wohnen möchten, allerdings Probleme haben, den Alltag wegen Alterseinschränkungen allein bewältigen zu können. Auch Personen mit einer starken beruflicher Zeitbindung würden in Frage kommen. Wir finden diese Idee sehr gut.“

Wohngemeinschaft einmal anders ausgestaltet:

Wohnen für Hilfe bringt Menschen in verschiedenen Lebensabschnitten zusammen. Statt die harte Eurowährung für Wohnraum zu verlangen, erhält der Vermieter Hilfeleistungen im Alltag, die variabel von beiden Parteien vorher vereinbart werden. Diese unentgeltlichen Gegenleistungen können unterschiedlich ausfallen: Entlastung von den alltäglichen oder immer wieder mal anfallenden Arbeiten im Haushalt, kleine Handreichungen wie einkaufen, vorlesen, Begleitung zum Arzt oder zu kulturellen Veranstaltungen, gemeinsame Spaziergänge, Behördengänge, Telefon, Computer, Büroarbeiten oder einfach einmal zusammensitzen und zusammen essen.

Weiter ist von Vorteil, „Jemanden“ im Haus zu haben, um sich sicher(er) zu fühlen. Die zu erledigenden Aufgaben vereinbaren die Wohnpartner individuell miteinander. Als Orientierung kann gelten: 1m² Wohnfläche = 1 Stunde Hilfeleistung im Monat. Die Nebenkosten für Strom, Heizung und Wasser sind verbrauchsabhängig und werden von der Wohnraumnehmerin bezahlt. Grundlage für die Wohnpartnerschaft ist ein schriftlich abgeschlossener Vertrag, ein Wohnraumüberlassungsvertrag. In diesem Vertrag werden auch die vereinbarten Hilfeleistungen sowie der zeitliche Rahmen schriftlich festgelegt.

Die 53-jährige Elke Klasen verfügt über grundlegende medizinische Kenntnisse und Verständnis, um Menschen mit physischen Problemen begleiten zu können. Die letzten 15 Jahre war sie laut eigenen Angaben als Ehefrau „Haushälterin und Personal-Assistent“. Sie würde gerne in eine Einliegerwohnung oder in ein eigenes Zimmer mit Bad einziehen bei einer Person, die weiterhin gerne zu Hause wohnen bleiben möchte, allerdings Probleme hat, den Alltag wegen Alterseinschränkungen und/oder Job allein zu bewältigen. Solche Menschen möchten ihre vertraute Umgebung und vor allem ihre Selbständigkeit nicht aufgeben. Oft können kleine Hilfen im Alltag dies dann auch ermöglichen; oder es besteht der Wunsch nach Gesellschaft und Gesprächen.

Mit von der Partie sind auf jeden Fall auch zwei kleine, freundliche Kuschelterrier. Ein Auto ist ebenfalls vorhanden. Anfragen sind unter der Telefonnummer 0172-8243553 möglich.