Straubing

Ein niederbayerischer „Jedermann“ auf der Reitertreppe des Herzogsschlosses

(jh) Wer kennt ihn nicht, den „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal? Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes kommt im Juli 2017 an der Reitertreppe des Herzogsschlosses in Straubing zur Aufführung. Es ist eine Inszenierung für die Mitglieder des Freilichtspiels-Ensembles „Agnes Bernauer“, welches alle vier Jahre – also das nächste Mal 2019 – stattfindet. Der in Straubing nicht unbekannt Regisseur Andreas Wiedermann hat den „Bayerischen Jedermann“ auf die Gäubodenstadt hin inszeniert. Am Donnerstagabend wurde im Wappensaal des Herzogsschlosses die Rollenbesetzung bekanntgeben. Den „Jedermann“ wird auf der Bühne kein geringerer als Franz Aichinger darstellen.

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Regisseur Andres Wiedermann (v. links) mit Rupert Kohlhäufl, Stefan Woitala, Michaela Hofmann, Franz Aichinger, Denise Winklmaier und Alfred Jurgasch. – Foto: Haas

Auch zwischen den Festspieljahren (2015, 2019) ruhen die Mitglieder des Agnes-Bernauer-Festspielvereins nicht. Deshalb der Verein im kommenden Jahre den „Bayerischen Jedermann – Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ aufführen. Das Mysterienspiel von Hugo von Hofmannsthal wurde von Oskar Weber ins Bayerische übertragen und Andreas Wiedermann hat den „Jedermann“ sogar ins Niederbayerische – speziell für die Gäubodenstadt – inszeniert. Bereits vor drei Jahren war er mit der Inszenierung der Oper „Die Bernauerin“ von Carl Orff auf der Reitertreppe beauftragt worden.

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Die Proben werden etwa zu Pfingsten kommenden Jahres beginnen. Doch bereits am Donnerstagabend – exakt ein Jahr vor dem Premierentermin für dür den Straubinger „Jedermann“ gaben der zweite Vorsitzende des Festspielvereins, Alfred Jurgasch, und die Regieassistentin Claudia Griessl, die Rollenbesetzung bekannt. Vor eine Woche hatte Regisseur Andreas Wiedermann zu einem Casting eingeladen. Für die 25 Sprechrollen hatte es 73 Bewerbungen gegeben.

„Wir wollten niemanden ohne eine Rolle nach Hause schicken“, hatte Alfred Jurgasch am Donnerstag im Wappesaal versichert. Möglich sei es durch die völlig neue Inszenierung Wiedermanns gewesen. Doch bevor das Geheimnis gelüftet wurde, wer welche Rolle bekommt, interviewte Pressesprecherin Petra Peschke den Regisseur zum Stück und wie er den Inhalt desselben für Straubing umsetzen werde.

Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes kennt wohl jeder. In Salzburg wird das Stück jedes Jahr im Rahmen der Salzburger Festspiele aufgeführt. Auch in der Region (Windberg) kam es vor geraumer Zeit bereits zur Aufführung. Für Straubing und für kommenden Jahres haben sich Festspielverein und Andreas Wiedermann eine neue Herausforderung genannt: Es soll einerseits ein Niederbayerischer Jedermann werden (zurück ins 17. Jahrhundert) und es sollen alle Bewerber berücksichtigt werden.

Wenn auf der Reitertreppe des Herzogsschlosses bei „Jedermann“ der Tod anklopft, dann ist es für den Agnes-Bernauer-Festspielverein nach 150 Jahren erstmals der Zeitpunkt, an dem sich das Stück nicht an die Baderstochter aus Augsburg, der Agnes Bernauer, anlehnt. Dies versicherte Andreas Wiedermann gegenüber den Festspielmitgliedern. Die Kulisse an der Reitertreppe werde sich hervorragend in die Spielszene „Welt, Himmel und Erde“ einbeziehen lassen. Dadurch dass einige wichtige Rollen aufgrund ihrer langen Monologe, aber auch aufgrund der Vielzahl von Bewerbern, in einzelne Gruppen aufgeteilt wurden, werde das Stück nach Ansicht des Regisseurs mehr Dynamik in die Aufführung bringen. Und ja, es wird auch einen musikalischen Part geben, der jedoch nicht in gewohnter Manier als Gefühlsverstärker dienen soll, sondern nur dezent eingesetzt werde.

Nicht nur Andreas Wiedermann freut sich auf die neue Herausforderung. Auch die Mitwirkenden sind schon seit Donnerstagabend voll mit dabei – seit sie wissen, für welche Rolle sie auserkoren worden sind. Ganz besonders freut es den Hauptdarsteller, den Jedermann. Es kein geringerer Als Franz Aichinger. Er ist nicht nur ein talentierter Amateurschauspieler, sondern hatte selbst schon Regie in verschiedenen Bühnenauftritten inne. „Ich hatte mich für die Rolle beworben und frühe mich riesig, dass ich für die Herausforderung auserkoren worden bin. Es bedeutet ein großes Vertrauen in mich“, sagte Aichinger gegenüber regio-aktuell24. Für ihn ist die Rolle des „Jedermanns“ nicht nur die Hauptrolle, sondern auch eine Prestigrolle für sein persönliches Engagment.

 

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Eine weitere Hauptrolle hat in diesem Stück Jedermanns Mutter. Gespielt wird sie im Straubinger Stück von Denise Winklmaier. „Ich hatte mich eigentlich für eine kleinere Rolle beworben“, erklärte sie gegenüber regio-aktuell24. Dass sie nur die Rolle von Jedermanns Mutter angetragen bekam das hat sie „total überrascht“. Für die Rolle von Jedermanns Freudin hatte sich Michaela Hofmann beworben. Dass auf sie die Wahl fiel, hat sich sehr überrascht: „Es gab so viele Bewerberinnen für eine Sprecherrolle“, sagte sie und beschrieb ihre Stimmung so: „Ich habe gezittert bis zum letzten Moment“. Michaele Hofmann hatte schon in der Vergangenheit an der Seite von Franz Aichinger gespielt. Umso mehr freut es sie, dass sie die Rolle von Jedermanns Freundin erhielt.

Die Besetzung der Sprechrollen

Der Spielansager Klaus Brehm
Die Stimme des Herrn Gregory Charamsa
Jedermann Franz Aichinger
Jedermanns Freundin Michaela Hofmann
Jedermanns Freund Richard Hobmeier, Dominik Nowag
Wastl-Vetter Stefan Woitala
Blasi-Vetter Rupert Kohlhäufl
Gute Werke Steffi Fischer, Holger Frischhut, Steffi Hausladen, Gudrun Reinoß, Monika Schmiegelt, Erhard Schramm, Wolfgang Warmdt
Glaube Ramona Feigl, Bettina Hausladen, Petra Peschke, Verena Weinzierl
Tod Alfred Jurgasch
Mammon Martina Chavez-Weiß, Martin Griesbeck, Gerd Lex
Teufel Anna Lummer, Michael Roth, Claudia Griessl
Jedermanns Mutter Denise Winklmaier
Ein Schuldknecht Karl Weber
Des Schuldknechts Weib Assi Hiergeist
Ein armer Nachbar Florian Schmiegelt
Ein Vorsänger
(zugleich zweiter Vorsänger)
Bruno Aumer
Der Oberknecht Peter Petzl
Ein Knecht Walter Wagner
Ein Gendarm Helmut Kellermeier
Ein Bursch Andreas Ramelow, Louis Stauber, Margit Bauer, Kristina Bielmeier
Zweiter Bursch Andreas Csunderlik
Dirndl Alexandra Heinzl, Tatjana Hofmann, Anna-Lena Kallmünzer, Sonja Prasch
Zweites Dirndl Cora Stauber, Ute Stauber, Yvonne Thalhammer
Dritter Vorsänger Reinhard Müller
Ein Gast Christian Lajtman