Die Wirtschaft im Raum Straubing wählt: Bilanz und Ausblick
(ra) Die Interessen der Wirtschaft im Raum Straubing und Straubing-Bogen zu vertreten und ihre Forderungen und Positionen in die Öffentlichkeit zu tragen, das ist die Aufgabe des IHK-Gremiums Straubing. Das Gremium besteht aus gewählten Unternehmensvertretern der Betriebe aus Industrie, Handel, Dienstleistungen und Tourismus. Nach fünf Jahren steht jetzt die Neuwahl des Gremiums an – Anlass für den Gremiumsvorsitzenden Jürgen Wallstabe, eine Bilanz zu ziehen. „Wir haben einiges bewegen können und haben uns als Wirtschaftsvertreter in die Diskussion gebracht. Aber auch einem neuen IHK-Gremium werden die Themen nicht ausgehen“, meinte Wallstabe am Mittwoch in einer Erklärung an die Medien.

Als Schwerpunkt der Gremienarbeit in der vergangenen Wahlperiode nennt er an erster Stelle den Fachkräftemangel. „Die Unternehmen im Raum Straubing sind gut aufgestellt und ihre Ausbildungsbereitschaft ist eigentlich ungebrochen. Trotzdem müssen immer mehr Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben, weil geeignete Bewerber fehlen. Dieser Nachwuchsmangel treibt die Betriebe um. Das Problem hat sich über die vergangenen Jahre verschärft und ist daher ein Dauerthema für das IHK-Gremium“, meint Wallstabe. In ihren Sitzungen haben sich die Gremiumsmitglieder zu diesem Thema mit den Leitern der Straubinger Berufsschulen austauschen können, aber beispielsweise auch mit Landrat Josef Laumer. Einen Beitrag zur beruflichen Weiterbildung von Mitarbeitern – laut Wallstabe ein ebenso wichtiges Thema wie die Erstausbildung – habe man mit der Einrichtung von IHK-eigenen Schulungsräumen in der Straubinger Innenstadt erreichen können, die mittlerweile bereits die erste Erweiterung erfahren hätten.
Ein weiteres wichtiges Thema im IHK-Gremium war Wallstabe zufolge die Infrastruktur von Verkehrswegen bis Internetverbindungen. „Die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur hält in unserer Region mit dem Wirtschaftswachstum leider nicht Schritt. Das behindert die zukünftige Entwicklung“, beklagt Wallstabe. Als Beispiele nennt er die B 20 und die B 8, deren Ausbau im geltenden Bundesverkehrswegeplan in hintere Kategorien abgeschoben wurde. Auch einen durchgehend sechsspurigen Ausbau der A 3 hätten sich die Betriebe gewünscht. „Wir müssen hier weiter den Finger in die Wunde legen. Das wird eine Aufgabe für ein neues IHK-Gremium sein“, erklärt Wallstabe und betont gleichzeitig, dass man hier über die Landkreisgrenzen hinweg zusammenstehen müsse. Sichtbares Ergebnis dieses Gedankens war in der vergangenen Wahlperiode etwa eine gemeinsame Sitzung mit dem Gremium im Nachbarbezirk Dingolfing-Landau, um Austausch und Zusammenarbeit zu vertiefen.
„Wir wollen den Wirtschaftsstandort Straubing auf der guten Position halten, die er momentan einnimmt. Daher ist es wichtig, dass wir weiter als starke Stimme der Unternehmen auftreten können – und dafür ist der Rückhalt durch die anstehende Wahl entscheidend“, sagt Wallstabe. Sein Appell an die Unternehmer im Raum Straubing lautet daher: „Bitte geben Sie Ihre Stimme bei der IHK-Wahl ab und wählen Sie Ihre Vertreter ins Gremium!“ Wallstabe selbst wird mit der Neuwahl des Gremiums ausscheiden – er hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt. Seit 1993 war er durchgehend Mitglied des IHK-Gremiums, seit 2008 stand er dem Gremium als Vorsitzender vor. 2008 hatte ihn die Vollversammlung, in der er mit Sitz und Stimme vertreten ist, zum Vizepräsidenten der IHK Niederbayern gewählt.
Am 13. Juni hat der Zeitraum der IHK-Wahl in den niederbayerischen Gremiumsbezirken begonnen. Die Wahl ist als Briefwahl organisiert. Rund 80.000 Unternehmen sind zur Wahl aufgerufen, das zeigt die große Bedeutung der IHK-Gremien und der Vollversammlung als Vertretung der regionalen Wirtschaft. Informationen zur IHK-Wahl und einen Blick auf die knapp 400 Kandidaten gibt ein Portal im Internet: www.ihk-niederbayern.de/wahl