Karriere

Die Lebensmittelbranche ist krisensicher

(ra). Ernährung gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen und wird immer nachgefragt sein. Das Wachstum der Weltbevölkerung trägt zur Krisensicherheit der Berufe bei. Ebenso kann Ernährung mit anderen Aspekten als der reinen Bedürfnisbefriedigung verbunden sein, etwa mit Genuss, Gesundheit und Stimulation.

Zur Attraktivität einer Einstellung in der Lebensmittelbranche trägt ihre Offenheit gegenüber Bewerbern bei, denn hier finden sich für alle Abschlüsse zahlreiche Berufe von der Hilfstätigkeit bis zum hochqualifizierten Biochemiker und Ökotrophologen.

Lebensmittelbranche - Bäcker
Foto: Unsplash

Berufsausbildung der Lebensmittelbranche

Einen Schwerpunkt stellen in der Lebensmittelbranche Berufe dar, deren Tätigkeit die Beschäftigten dem Mittelstand zuordnen lassen. Dies betrifft nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) 90 Prozent aller Stellen (1). Zugleich hält die Behörde fest, dass die Ernährungsindustrie in Deutschland der viertgrößte Berufszweig sei.

Die Berufsausbildung dauert in der Regel drei Jahre und kann mit dem Abitur auf zwei Jahre verkürzt werden. Stellenangebote in der Lebensmittelbranche finden Sie auf dieser Website, die Bewerbern einen beeindruckenden Einblick in die Vielfalt möglicher Berufsfelder der Branche vermittelt.

Das Anforderungsprofil für Bewerber

Kandidaten, die beruflich in der Lebensmittelbranche Fuß fassen möchten, sollten Ernährungsfragen ein gewisses Interesse entgegenbringen und den Zusammenhängen zwischen der Ernährung und ihren Auswirkungen auf den Organismus mit Offenheit gegenüberstehen.

Für Einsteiger ist es vorteilhaft, über handwerkliches Geschick und technisches Verständnis zu verfügen. Werden Maschinen bedient, ist eine ausreichende Reaktionsgeschwindigkeit unabdingbar. Ebenfalls sollten sich Kandidaten der Tatsache bewusst sein, dass in den meisten Berufen dieser Branche Kenntnisse über die Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln verlangt werden.

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Der Industriezweig erfordert von Beschäftigten ein hohes Maß an Verantwortung. Dies betrifft beispielsweise die Auswirkungen bestimmter Nährstoffe auf den Menschen, Kenntnisse über Allergene, Schad- und Giftstoffe sowie die Einhaltung strenger Hygienestandards bei der Herstellung und Zubereitung. Befolgt werden müssen die gesetzlichen Vorschriften in Ernährungsfragen, die sich jederzeit ändern können.

Um zeitnah und effektiv auf die ständig wechselnden Trends reagieren zu können, ist es von Nutzen, wenn Bewerber eine ausgeprägte Fähigkeit zum Umdenken sowie eine grundsätzliche Flexibilität im Denken mitbringen. Dies gilt auch deshalb, weil die Ernährung eine Disziplin mit hoher Komplexität ist, die zahlreiche Wechselbeziehungen mit anderen Aspekten wie Ökologie, Gesundheit, Ethik, Kultur und Politik eingeht.

Aktuelle Trends in der Branche

Ernährungsgewohnheiten verändern sich mit der Zeit. Aktuell besteht ein Trend in Richtung Vegetarismus, der seinen Ursprung im Bestreben hat, dem Treibhauseffekt entgegenzuwirken und dem Tierwohl zu dienen.

Ein stärkeres Bewusstsein für Umweltaspekte ist dafür verantwortlich, dass Kunden zunehmend die Transportwege in der Lebensmittelherstellung interessieren. Diese Käufer sind es, die lokale Produkte bevorzugen. Zugleich nimmt die Sensibilität gegenüber bestimmten Stoffen wie Gluten, Laktose, Lupine, Schwefeldioxid, Sesam und Sulfite zu, auf die manche Menschen allergisch reagieren können. Auf eine entsprechende Kennzeichnungspflicht ist zu achten.

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Überhaupt individualisieren sich Verbraucher in puncto Ernährungsfragen heute stärker als früher. Immer mehr Konsumenten ordnen ihre Ernährung einer Weltanschauung unter, und sie bezeichnen sich selbst als Vegetarier, Veganer, Flexitarier, Feretarier, Freeganer, Frutarier, Makrobiotiker, Pescetarier, Anhänger einer Paleo- und Anhänger einer ketogenen Ernährung. Während zeitweilige Hardcore-Diäten an Attraktivität verlieren, nehmen ganzheitliche Ernährungsprozesse, die dauerhaft angewendet werden und nachhaltig beim Abnehmen unterstützen sollen, an Bedeutung zu.

Steigende Ansprüche an die Qualität von Waren führen dazu, dass Lebensmittel fortwährend sicherer, haltbarer und aromatischer werden, wobei Hersteller zugleich darauf achten müssen, dass diese geschmacklichen Verbesserungen möglichst ohne Einfluss künstlicher Zusatzstoffe bewirkt werden.

Druck zu Veränderungen

Die digitale Revolution betrifft auch die Lebensmittelbranche. Während durch eine vernetzte und automatisierte KI-assistierte Produktionsweise viele, vor allem einfache und wiederholende Fertigungsschritte entfallen, wird die menschliche Arbeitskraft zunehmend dazu gebraucht, diese Prozesse zu überwachen und zu steuern. In einer Meta-Studie der Bertelsmann-Stiftung wurde ermittelt, dass in der Lebensmittelindustrie die Nachfrage an Bäckern und Konditoren um 14 Prozent, an Köchen um 28 Prozent und an Fleischern um 60 Prozent zurückging, während zugleich die Nachfrage an IT-Spezialisten um 60 Prozent stieg (2).

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Zu den Profiteuren dieser Veränderungen gehören ebenfalls akademische Bewerber, für die sich aufgrund des technologischen Fortschritts und eines neu entfachten gesellschaftlichen Interesses an den Auswirkungen der Ernährung auf den Organismus für die Gesundheit und Selbstoptimierung viele neue Betätigungsmöglichkeiten ergeben. Beispiele für hochqualifizierte Berufsfelder in der Ernährungsbranche sind Berufe wie Mikrobiologen, Biochemiker, Lebensmitteltechnologen, Agrarwissenschaftler und Verfahrenstechniker.

Die Kultur des lebenslangen Lernens gehört für jeden Beschäftigten in der Lebensmittelbranche dazu, um angesichts fortlaufender Veränderungen in unserer schnelllebigen Zeit auf dem Laufenden zu bleiben.

Quellen:
1: https://www.bibb.de/de/123203.php
2: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/kompetenzen-fuer-den-arbeitsmarkt-von-morgen/projektnachrichten/kompetenzen-und-berufe-in-der-nahrungs-und-genussmittelindustrie