Die Bayern sind wieder da!
(ra). Mit dem fulminanten 6:0-Erfolg über den VFL Wolfsburg hat sich der FC Bayern am 25. Spieltag wieder an die Spitze der Bundesliga gesetzt. Damit hätten wohl die wenigsten gerechnet, nachdem die Bayern in der Vorrunde nicht wirklich überzeugen konnte.
Der neue Trainer Niko Kovac hatte es in der erste Saisonhälfte nicht leicht, doch mittlerweile scheint sich das Team gefunden zu haben und untermauert dies mit starken Leistungen. Wir werfen einen Blick auf die „neuen“ Bayern.
Mäßige Hinrunde mit einigen Ausrutschern
Vor der Saison wurde also Niko Kovac als Nachfolger von Jupp Heynckes vorgestellt. Der junge Trainer konnte zwar Eintracht Frankfurt in der Vorsaison zum Pokalsieg führen, nur der Titel als Coach steht bisher allerdings auf seiner Visitenkarte. Viele Beobachter stellten daher vor der Saison die Frage, ob Kovac dem bayrischen Starensemble gewachsen sei.
Zwar startete man standesgemäß mit vier Siegen in die Hinrunde, doch Ende September geriet der FCB in die erste kleine Krise der Saison. Diese wurde von einem Unentschieden gegen den FC Augsburg eingeleitet und manifestierte sich in der 2:0 Pleite in Berlin und der anschließenden blamablen 0:3 Abreibung vor eigenem Publikum gegen Borussia Mönchengladbach. Somit standen die Bayern nach dem siebten Spieltag nur noch auf dem sechsten Tabellenplatz und drohten die Champions League-Ränge aus den Augen zu verlieren.
Hinspiel gegen den BVB geht verloren
Während der Rekordmeister schwächelte, befand sich die Borussia aus Dortmund in Gala-Form und pflügte nur so durch die Liga. Kein Wunder, dass ganz Fußballdeutschland dem Duell Bayern gegen Dortmund entgegenfieberte. Trotz der zwei Führungen der Bayern konnten sich die Borussen letztlich durchsetzen und den Vorsprung noch vergrößern. Der Spiegel schrieb gar von einer Gala-Vorstellung.
Doch bei den Bayern lief es nicht nur auf dem Platz unrund, auch hinter den Kulissen kriselte es. Sportdirektor Hasan Salihamidžić lieferte sich ein Privatduell mit den Medien, die Frau von Thomas Müller schoss virtuell gegen den Trainer und das Duo um Hoeneß und Rummenigge und ließ sich zu einer bizarren Pressekonferenz hinreißen, die für ordentlich Gegenwind sorgte.
Alles in allem war die Hinrunde der Bayern von vielen Störfeuern geprägt, die sich letztlich auch auf die Leistung der Mannschaft auswirkten. In der Rückrunde sollte dann neu angegriffen werden.
Die Superbayern sind zurück
Zwar konnte der umworbene Hudson-Odoi in der Winterpause nicht vom FC Chelsea losgeeist werden, doch trotzdem treten die Bayern im neuen Jahr gefährlicher denn je auf. Nach sechs Ligaspielen in Folge, darunter zwei Torfestivals gegen Gladbach und Wolfsburg, konnten sich die Bayern die Tabellenspitze von den Borussen zurückerobern. Und diese Spitzenleistung spiegelt sich auch nicht nur auf dem Rasen wider. Auch bei den Wetten Betfair gelten die Bayern als Favorit auf die Meisterschale − hier haben sie als klare Anführer eine Quote von 1.29 (Stand 15.03.). Es ist also ganz klar, dass das bayrische Selbstbewusstsein zurück ist und die „Mia san Mia“-Mentalität wieder mit Stolz vorgetragen wird.
Da stört es auch nicht, dass mit Jerome Boateng, Thomas Müller und Mats Hummels gleich drei verdiente Spieler der FCB von Jogi Löw aus der Nationalmannschaft aussortiert wurden. Die drei Weltmeister können sich jetzt darauf konzentrieren, den FCB zur siebten Meisterschaft in Folge zu führen.