Straubing

Deutlich weniger Straubinger Kindl – Entwicklung am Klinikum Straubing 2023

(ra) Laut Geburtsstatistik des Klinikums Sankt Elisabeth in Straubing wurde im vergangenen Jahr ein deutlicher Rückgang der Geburten verzeichnet. In einer Pressemitteilung vom Montag werden die Zahlen bekanntgegeben: von 2021 bis 2023 sanken die Geburten von 791 auf 671 – dabei mit 337 Buben knapp vor 334 Mädchen. „Das entspricht dem bundesweiten Trend“, sagt Dr. Carsten Scholz, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum.

Dr. Carsten Scholz – Foto: Johannes Lehner

Die Zahl der Geburten nahm in den vergangenen zehn Jahren seit 2013 (600 Geburten) laufend zu und erreichte 2020 mit 901 Geburten ihren Höhepunkt. Zuletzt lag sie 2014 mit 686 Geburten unter der 700er-Marke. Im Vergleich zu 2021 beträgt der Rückgang der Geburten zwölf Prozent. „Die Entwicklung am Klinikum Straubing ist auch bundesweit zu beobachten“, macht Dr. Scholz aufmerksam. Obwohl die Geburtenrate weltweit nach wie vor wächst, sei sie in Deutschland 2023 auf 1,36 Geburten (2022: 1,46) pro Frau gesunken. 2022 kamen auf 20,3 Millionen Mütter etwa 9,5 Millionen kinderlose Frauen.

Mehrzahl der Mütter zwischen 31 und 35 Jahre alt

Der Großteil der Mütter, die 2023 am Klinikum Straubing entbunden haben, war zwischen 31 und 35 Jahre (236) oder zwischen 26 und 30 Jahre (194) alt. Der Anteil der 15- bis 20-jährigen Mütter ist auffallend auf 30 Frauen gestiegen. Bundesweit bekommen 32-Jährige am häufigsten Kinder. Im Klinikum Straubing kamen auf 439 spontane Geburten 232 Kaiserschnitte. Die Kaiserschnitt-Quote stieg damit auf 35 Prozent (2022: 33 Prozent). Auch die Kaufmännische Krankenkasse kommt zu dem Ergebnis, dass 2023 so viele Babys wie noch nie seit 2006 per Kaiserschnitt zur Welt kamen. „Das ist eine Verdoppelung der Kaiserschnittrate seit 1991“, beschreibt Dr. Scholz den bundesweiten Trend.

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Fast jeder dritte Kaiserschnitt wegen Übergewicht

Als Gründe hierfür nennt der Chefarzt die Zunahme der Risikoschwangerschaften etwa aufgrund des Alters der Mutter über 35 Jahre oder von Übergewicht. So waren 30 Prozent der Gebärenden am Klinikum Straubing übergewichtig und 15 Prozent adipös. Auch Wunschkaiserschnitte oder vorausgegangene Kaiserschnitte trugen zum Anstieg der Quote bei. Die meisten Kinder kamen im März, Juli, August und September zur Welt. In der Mehrzahl wogen die Babys zwischen 3.000 und 4.000 Gramm.

Frauen nehmen schmerzlindernden Angebote an

Die Anzahl der Mütter mit Dammschnitt betrug 8,3 Prozent und konnte seit 2013 (18,5 Prozent) deutlich gesenkt werden. Die Zahl der Frauen, die sich eine möglichst schmerzarme Geburt wünschen, wuchs. 2023 nahmen rund 38 Prozent der Frauen die Möglichkeit eines regionalen Anästhesieverfahrens wie der Periduralanästhesie in Anspruch (2022: 34 Prozent). Von den Müttern mit nicht deutscher Nationalität stammten die meisten aus Rumänien, dem Kosovo oder Syrien.