Zukünftig im Oberschneidinger IT-Zentrum EF.EU einen IT-Campus?
(ra) Nach der gescheiterten Ansiedlung eines IT-Campuses in Viechtach könnte ein solcher eventuell in Oberschneiding angesiedelt werden. Nachdem Befürworter das IT-Zentrum EF.EU als möglichen Standort für einen IT-Campus sehen, fand am Montagvormittag vor Ort ein Termin mit Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler statt, der jedoch den Initiatoren keine große Hoffnung machte.

Auf Vermittlung von Landtagsabgeordnetem Josef Zellmeier kam das Treffen kurzfristig im Oberschneidinger IT-Zentrum EF.EU zustande. Bürgermeister Ewald Seifert und Netzwerkmanager Mario Fischer schilderten dabei ihr grundsätzliches Interesse an der Errichtung eines Technologie-Campus. Dabei griffen sie die Initiative von JU-Kreisvorsitzendem Andreas Aichinger auf, der nach der gescheiterten Ansiedlung in Viechtach den Campus für den Landkreis Straubing-Bogen eingefordert hat.
Denn in Oberschneiding hat die Gemeinde mit Unterstützung des Landkreises unter der Bezeichnung EF.EU bereits im Jahr 2011 ein modernes IT-Zentrum aufgebaut, das für eine Erweiterung zum Technologie-Campus gut geeignet wäre. Seifert und Fischer schilderten dazu die EF.EU-Aktivitäten, die von immer mehr Unternehmen in Anspruch genommen werden.
Zellmeier schilderte die überraschend erfolgte Ablehnung des Technologie-Campus in Viechtach durch einen Beschluss des Stadtrats. Dadurch habe sich nun die Chance eröffnet, dass auch andere Kommunen ihr Interesse bekunden können. Deshalb habe Kreisrat und JU-Kreisvorsitzender Andreas Aichinger im Kreistag einen entsprechenden Antrag eingebracht.
Sibler würdigte das Engagement von EF.EU und das Interesse am IT-Campus. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass es sich beim Technologie-Campus um ein fertiges, genau abgestimmtes Konzept der Technischen Hochschule Deggendorf handelt, wobei der Schwerpunkt im Bereich „Sensorik“ liegt. Ziel sei der Technologietransfer von der Wissenschaft zur Wirtschaft. Dafür seien passende Unternehmen als Kooperationspartner notwendig. Die Entscheidung müsse bald fallen, um die Finanzierung nicht zu gefährden. Deshalb müsste die Bewerbung des Landkreises bzw. von Oberschneiding schnell erfolgen.
Allerdings seien die Chancen nicht besonders gut, weil der spezielle Bereich „Sensorik“ bisher im EF.EU nicht bearbeitet wurde. Außerdem gebe es im Landkreis Regen mehrere geeignete Unternehmen, die ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert hätten. Deshalb empfahl Sibler, sich breiter auszustellen und parallel einen Antrag auf Förderung durch das Wirtschaftsministerium im Rahmen der Digitalisierungsoffensive zu stellen. Zellmeier sicherte Bürgermeister Seifert zu, einen entsprechenden Antrag zu unterstützen.