(ra) Kopfschmerzen kennt fast jeder – doch wenn sie regelmäßig auftreten, ungewöhnlich stark sind oder sich plötzlich verändern, sollten sie ernst genommen werden. Darauf weist das Neurologische Zentrum am Bezirksklinikum Mainkofen anlässlich des Europäischen Kopfschmerz- und Migränetags am Samstag, 12. September hin. Die zentrale Botschaft der Mediziner: Viele Formen von Kopfschmerzen lassen sich inzwischen gezielt behandeln.

Anna-Katharina Eser, Oberärztin am Neurologischen Zentrum am BK Mainkofen, bei der Behandlung einer Patienten. In Mainkofen werden Patienten mit dem gesamten Spektrum akuter und chronischer Kopfschmerzerkrankungen diagnostiziert und behandelt. – Foto: BK Mainkofen

Kopfschmerz ist dabei nicht gleich Kopfschmerz. Zu den häufigsten Erkrankungen gehören Migräne und Spannungskopfschmerzen, deutlich seltener tritt der besonders belastende Clusterkopfschmerz auf. Schmerzen im Kopf können aber auch Begleiterscheinung anderer Erkrankungen sein.

Für die Diagnose ist deshalb entscheidend, wie häufig und wie lange die Beschwerden auftreten, wo der Schmerz sitzt und wie er sich anfühlt. Auch Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit oder Sehstörungen können wichtige Hinweise liefern.

Neu auftretende, ungewöhnlich starke oder deutlich veränderte Kopfschmerzen sollten nach Angaben der Mainkofener Mediziner ärztlich abgeklärt werden.

Migräne ist mehr als „nur Kopfweh“

Besonders belastend kann Migräne sein. Typisch sind wiederkehrende, häufig einseitige und pulsierende Schmerzen. Übelkeit sowie eine starke Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen können hinzukommen. Bei manchen Betroffenen kündigt sich eine Attacke durch eine sogenannte Aura an. Dabei können unter anderem Seh-, Gefühls- oder Sprachstörungen auftreten.

Schwere Migräneattacken können dazu führen, dass Betroffene ihren normalen Alltag kaum noch bewältigen können.

Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Neben Medikamenten gegen akute Attacken spielt bei häufigen Beschwerden die Vorbeugung eine wichtige Rolle. Bei Migräne stehen inzwischen unter anderem Medikamente zur Verfügung, die gezielt in den sogenannten CGRP-Signalweg eingreifen. Bei chronischer Migräne kann auch eine Behandlung mit Botulinumtoxin infrage kommen.

Welche Therapie geeignet ist, hängt von der Art und Häufigkeit der Beschwerden, möglichen Begleiterkrankungen und der persönlichen Situation ab. Bewegung, ausreichend Schlaf, ein regelmäßiger Tagesrhythmus und Entspannungsverfahren können die Behandlung ergänzen. Ein Kopfschmerztagebuch kann zudem helfen, Auslöser und Verlauf der Beschwerden besser zu erkennen.

Auch Kinder können Migräne haben

Kopfschmerzen und Migräne betreffen nicht nur Erwachsene. Auch Kinder und Jugendliche können darunter leiden. Bei ihnen äußert sich eine Migräne teilweise anders: Bauchschmerzen, Übelkeit oder ein ausgeprägtes Ruhebedürfnis können im Vordergrund stehen.

Gerade bei jungen Patienten kommt deshalb einer sorgfältigen Diagnose besondere Bedeutung zu. Neben einer altersgerechten Behandlung können regelmäßiger Schlaf, ausreichend Flüssigkeit, Bewegung und geregelte Mahlzeiten eine Rolle spielen.

Das Neurologische Zentrum in Mainkofen behandelt nach eigenen Angaben sowohl Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche mit akuten und chronischen Kopfschmerzerkrankungen. Dazu gehören Migräne, Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerzen und seltenere Kopfschmerzsyndrome.

„Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten eine Therapie zu finden, die nicht nur einzelne Kopfschmerzattacken lindert, sondern die Häufigkeit und Schwere der Beschwerden langfristig reduziert“, erklärt Oberärztin Anna-Katharina Eser.

Der Europäische Kopfschmerz- und Migränetag soll deshalb auch Menschen mit regelmäßig auftretenden oder stark belastenden Beschwerden dazu bewegen, die Ursache medizinisch abklären zu lassen.