(ra) Alle 231 land- und forstwirtschaftlichen Maschinen der Bayerischen Staatsgüter fahren seit Ende 2025 mit erneuerbaren Antriebsenergien. Wie das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing am Mittwoch mitteilte, werden dadurch jährlich mehr als 1.100 Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart. Das TFZ hat die Umstellung dreieinhalb Jahre wissenschaftlich begleitet und jetzt Bilanz gezogen.

Die Flotte reicht vom kleinen Hoflader und älteren Bestandsmaschinen bis zu modernen Ackerschleppern. Je nach Alter, Einsatz und technischer Eignung kommen Biodiesel, hydriertes Pflanzenöl (HVO), Rapsölkraftstoff oder elektrischer Strom zum Einsatz.
Nach Berechnungen des TFZ entspricht die jährliche Einsparung von mehr als 1.100 Tonnen Treibhausgasen den Emissionen von rund 7,3 Millionen Kilometern Autofahrt.
120.000 Betriebsstunden ausgewertet
Entscheidend war für die Wissenschaftler auch die Frage, ob sich die alternativen Kraftstoffe im harten Arbeitsalltag bewähren. Dafür wertete das TFZ insgesamt 120.000 Betriebsstunden von 29 Maschinen im Feld und auf Prüfständen aus.
„Leistung, Effizienz und Abgasverhalten sind bei Biodiesel, HVO und Rapsölkraftstoff annähernd auf dem Niveau von Diesel“, erklärt TFZ-Wissenschaftler Dr. Johannes Ettl. Auch die Rückmeldungen der Betreiber seien überwiegend positiv gewesen. Die Maschinen hätten mit den alternativen Kraftstoffen im Alltag weitgehend zuverlässig gearbeitet.
Ganz ohne Probleme verlief der Betrieb allerdings nicht. Unzureichende Kraftstoffqualität kann nach Angaben des TFZ Maschinen beeinträchtigen. Bei der Umstellung von Diesel auf Biodiesel oder HVO können zudem Ablagerungen aus Tank und Leitungen gelöst werden und vorübergehend Kraftstofffilter verstopfen.
Technik funktioniert – Angebot bleibt ein Problem
Aus technischer Sicht spricht nach Einschätzung der Wissenschaftler grundsätzlich nichts gegen den Einsatz regenerativer Kraftstoffe in Landmaschinen. Hindernisse gibt es dennoch: So fehlen unter anderem entsprechende Angebote bei Biodiesel- und Rapsölkraftstoff-Traktoren sowie wirtschaftliche Anreize für eine Umstellung.
Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung hat das TFZ im Bericht Nr. 93 veröffentlicht. Das Projekt wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus gefördert.
